Lokalsport: Wenn Tigers auf das Wolfpack treffen, geht's mächtig zur Sache

Lokalsport: Wenn Tigers auf das Wolfpack treffen, geht's mächtig zur Sache

In der ersten Play-off-Runde um den Aufstieg ins Oberhaus empfangen die Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss heute Wolfenbüttel.

Die TG Neuss Tigers sind einfach dran: Bei der Premiere 2016 waren die von Janina Pils trainierten Zweitliga-Basketballerinnen ganz offensichtlich noch nicht bereit, verloren gegen Wolfenbüttel beide Spiele. Ein Jahr darauf kam in den Duellen mit Göttingen das Aus - allerdings erst in der dritten Partie. Und jetzt? Wieder geht es im Play-off-Halbfinale gegen das Wolfpack Wolfenbüttel, wieder haben die Tigers heute (16.30 Uhr, Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße) zunächst Heimrecht, aber Geschichte soll sich nicht wiederholen. "Es wäre doch schön, mal mit einem Sieg in die Play-offs zu starten", sagt Janina Pils.

Und warum auch nicht? Schon vor zwei Jahren hatten die Neusserinnen auf Augenhöhe agiert: In Spiel 1 (82:88) wurde ihnen die hoch mit 31:51 abgegebene erste Hälfte zum Verhängnis - am Ende waren sie nach rasanter Aufholjagd bis auf 82:84 nur einen von Karo Tzokov verpassten Dreier vom Wunder entfernt. In Spiel 2 (73:80) gewannen die Tigers das erste Viertel mit 26:16 und lagen noch zu Beginn des letzten Abschnitts mit 57:55 vorne. Kurz zuvor hatten sie in der Liga mit 76:75 triumphiert. Auch in dieser Spielzeit teilten sich die Rivalen die Punkte: Das Hinspiel ging mit 80:76 an die TG, in Wolfenbüttel feierten die Wölfe erst vor knapp drei Wochen einen 87:59-Kantersieg. Von diesem Match sei, verspricht Janina Pils jedoch, gar nichts hängengeblieben: "Für uns sind die Play-offs die Belohnung, das I-Tüpfelchen der Saison. Wir spielen, weil wir gewinnen wollen." Auch die etwas verstörenden und von den Wölfen zwar nicht verfassten, aber dafür auf ihrer Facebookseite verbreiteten Wertungen, in denen von "teils unsportlichen Attacken der muskelbepackten Tiger" die Rede ist, seien in der Mannschaft, die seit dieser Partie auf Yanina Todorova (Nasenbeinbruch) verzichten müssen, kein Thema mehr, versichert sie: "Das gibt vielleicht eine Extraportion Motivation. Aber wir sind sowieso bis in die Haarspitzen motiviert." Trotzdem stehen die beiden Schiedsrichter Jannik Euteneuer und Daniel Lagudka vor der schwierigen Aufgabe, die mit einem Play-off-Match verbundenen Emotionen in die richtigen Bahnen zu lenken.

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Gelingt ihnen das, sollte sich heute ein verteufelt gutes Spiel entwickeln, denn auch das Wolfpack verfügt über exzellente Basketballerinnen. Die Hauptrollen besetzen dabei "zwei absolut dominante Amerikanerinnen", sagt Janina Pils: Geradezu furchteinflößend ist die Präsenz von Brianna Rollerson. Die 23-Jährige legt im Schnitt 15,8 Punkte und sagenhafte 17,0 Rebounds auf. Pils bezweifelt, dass es so etwas überhaupt schon mal gegeben hat: "Ihr Timing unterm Korb ist grandios." Ebenfalls zu beeindrucken weiß die erstligaerfahrene und physisch starke Kanadierin Christine Hyde mit 19,8 Punkten und 9,7 Rebounds. Dazu verfügt die 27-Jährige noch über ein lockeres Händchen aus der Distanz.

Alles anders als Sidekicks sind Leonie (18) und Nina Rosemeyer (16), die abwehrstarke Theresa Simon, mit erst 19 Jahren als Kapitänin anerkannt, sowie die extrem unbequeme Aneliya Draganova (18). Noch nicht recht einzuschätzen weiß die Neusser Trainerin die erst kurz vor den Play-offs in der Lessingstadt eingetroffene Mazedonierin Nena Trajchevska. "Sie könnte zum X-Faktor werden, so etwas wie ein Joker." Allerdings verfügt der Vizemeister der Hauptrunde über genug Qualität, sein Spiel durchzusetzen. Bis auf Yanina Todorova, die bereits nach Bulgarien abgereist ist, laufen die Tigers in Bestbesetzung auf, wenn auch nicht in bester Verfassung. Pils: "Aber die Mannschaft will ich sehen, die am Ende einer Saison bei 100 Prozent ist."

(NGZ)
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