Viel Beifall für die "Weibsbilder" im Gymnasium: Wenn Claudia auf Männerfang geht

Viel Beifall für die "Weibsbilder" im Gymnasium : Wenn Claudia auf Männerfang geht

"Dem Weib gehört die Welt" - mit diesem Anspruch kamen die "Weibsbilder" nach Jüchen. Unter der Glaspyramide im ausverkauften Forum des Gymnasiums bot die gemischte Gruppe einen bunten Abend mit Geschichten über Männer, Frauen und Beziehungen. Ihr drittes Programm beeindruckte auch mit satirischen Liedern. Ob es aber half, dem weiblichen Führungsanspruch zu untermauern, mag jeder selbst entscheiden.

"Dem Weib gehört die Welt" - mit diesem Anspruch kamen die "Weibsbilder" nach Jüchen. Unter der Glaspyramide im ausverkauften Forum des Gymnasiums bot die gemischte Gruppe einen bunten Abend mit Geschichten über Männer, Frauen und Beziehungen. Ihr drittes Programm beeindruckte auch mit satirischen Liedern. Ob es aber half, dem weiblichen Führungsanspruch zu untermauern, mag jeder selbst entscheiden.

Während Anke Brausch pünktlich die Bühne betritt, lässt Kollegin Claudia Thiel etwas länger auf sich warten. Schließlich muss sie Gesicht und Körper mühselig restaurieren, denn ihr Ziel heißt Männerfang. Mit wallenden Locken, im langen Schwarzen soll der Mann ins Netz. Schnell ist das Objekt der weiblichen Begierde im Publikum gefunden. Es heißt eigentlich Franz, wird aber kurzerhand in "Harald" umgetauft, weil das Claudia eben besser gefällt. So wird Harry nach allen Regeln der weiblichen Verführungskunst umgarnt.

Und wo Körperkontakt nicht hilft, muss ein Liebesgedicht her. Um die Liebesgeschichte noch an diesem Abend zu einem glücklichen Anfang zu bringen, wird Harry mit der Auflage entlassen, in der Pause schon mal Scheidung und Alimente zu regeln. Dass die "Weibsbilder" nicht nur für ihr Publikum spielen, sondern auch mit ihm, wird immer wieder unter Beweis gestellt. Für eine psychologische Untersuchung von Rita Mies-Schnake zum Zusammenhang zwischen Charakter und der Art der Unterhose werden - natürlich wieder mit Harald alias Franz - Freiwillige aus den Zuschauerreihen gesucht. Sie führen dann vor, was den Besitzer des Modells "Feinripp in XXL" vom Tiger-Tanga-Träger unterscheidet.

Und auch der Mann, der sich im "Poheber" präsentiert, freut sich über die Horizonterweiterung. "Siehst du, so sieht das aus", heißt es in Richtung der Frau Gemahlin. Mit scharfem Blick werden auch Nachmittagstalkshows und Telefonsexanbieter parodiert. Auch die "lieben Kleinen" entpuppen sich bei den Weibsbildern als nicht ganz so lieb. Beim "Kinderquatsch mit Dirk" bekennt sich eine sieben-Jährige offen zum Kapitalismus: "Getrennte Eltern bringen einfach mehr". Und für jemanden, der gerne böse ist, gibt es nur ein Berufsziel: Bundeskanzler.

Entlarvend auch der Blick in die Produktion eines Werbespots. Zwar geht es nur um weibliche Hygiene-Artikel, doch der Enthusiasmus, der dahinter steckt, steckt zum Lachen an. Gerade in diesem Bereich manifestiert sich der Unterschied zwischen Männern und Frauen. "Männer sind ja allgemein wehleidiger", wirbt das männliche Weibsbild Dirk zunächst vergeblich um Zustimmung. Erst seine Argumentation ("Männer würden ihre Tampons nicht wie Frauen verschämt im Handtäschchen verstecken, sie hätten dafür einen extra Golfsack") erntet zustimmendes Gelächter. Die "Weibsbilder" freuten sich beim Abschied auf ihren nächsten Auftritt in Jüchen - vielleicht wieder mit Harald. busch

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