Jahreshauptversammlung des Reiter- und Rennvereins Weniger Renntage geplant

Unter der nicht gerade rosigen Situation des gesamten deutschen Galopprennsports leidet auch der Neusser Reiter- und Rennverein, das wurde auf der Mitgliederversammlung deutlich.

Dennoch stellt Geschäftsführer Dr. Bernd Koenemann fest: "Verglichen mit anderen Rennvereinen stehen wir noch gut da. Leider gibt es überhaupt keine Impulse von Seiten des Dachverbandes, wie es mit der Gesamtsituation weitergehen soll." Die Neusser sind froh, mit ihren Rennen auf Sand und unter Flutlicht ein "Nischenprogramm" anbieten zu können: "Im Sommer gibt es nämlich eindeutig ein Überangebot an Veranstaltungen", hat Koenemann festgestellt. Folglich wird der Schwerpunkt an der Hessentorbrücke noch stärker in den Wintermonaten gesetzt: Am 26. Mai steht erst das erste Grasbahnrennen auf dem Kalender, dann ist Pause bis zum 12. September. Diese Pause will der Rennverein zu weiteren Baumaßnahmen nutzen: Vorrangig ist Sanierung und Umbau des Rennbahnrestaurants Da Capo und die Verlegung des Wettbüros Sieberts, das aus den Räumen unterhalb des Restaurants unter die Haupttribüne zieht.

In den bisherigen Räumen mit Blick auf den Zieleinlauf "wollen wir zusammen mit dem Da Capo einen neuen VIP-Bereich und die Gastronomie für unsere Mitglieder einrichten", stellte Koenemann den anwesenden 18 (von 90) Vereinsmitliedern die Pläne vor. Die Arbeiten beginnen im Juli und sollen vor Beginn der Wintersaison im Dezember abgeschlossen sein, "für Schützenfest wird es eine provisorische Übergangslösung geben". In diesem Jahr sind insgesamt 21 Renntage geplant, das sind sechs weniger als im vergangenen Jahr. "Wir haben uns von den kostenträchtigen Mittwochrenntagen getrennt", verriet Koenemann. Entsprechend geringer fällt auch der Haushaltsansatz für 2001 aus: 16,991 Millionen Mark sollen am Ende durch die Kassen geflossen sein gegenüber 19,559 Millionen vor Jahresfrist. "Das sind zwar weniger Einnahmen, aber die Kostendeckung wird dadurch viel besser sein", hofft Vorsitzender Jan A. Vogel wieder auf ein "leicht positives Ergebnis", weiß aber auch: "Wir sind froh, wenn das Ergebnis des reinen Rennbetriebs plus-minus-Null ergibt, andere Einnahmequellen werden für uns immer wichtiger".

Erfreulich, so Koenemann, sei die Entwicklung des Trainingsbetriebes verlaufen: "Die Besitzer haben Vertrauen in unsere Bahn gefasst, die Tendenz bei unseren vier etablierten Trainern ist eindeutig positiv." Unter dem Tagesordnungspunkt Neuwahlen stand nur eine Veränderung an: Für Winfried Engelbrecht-Bresges rückt Jürgen Buldt in den Vorstand. Der ehemalige Präsident hatte aus dem fernen HongKong darum gebeten, ihn von seinen Vorstandsaufgaben zu entbinden, weil sein dortiges Engagement keine vernünftige Mitarbeit in Neuss mehr zulasse. Mit Buldt rückt ein dem Neusser Verein über Jahre verbundener Besitzer und Züchter in den Vorstand; der 55-jährige Geschäftsführer eines Fachbuchverlages wohnt zwar in Sereetz bei Bremen, hat seine Pferde im Stall von Hartmut Steguweit am Obertorweg stehen. "Und da er ein sehr engagierter Besitzer ist, ist er dementsprechend oft in Neuss", sieht Vogel keine Probleme. -vk

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