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Weltklasse-Motorsport beim MSC Grevenbroich auf Königshovener Höhe.

Motocross : Weltklasse-Motorsport in Grevenbroich

Die ADAC MX Masters gilt nach der Weltmeisterschaft als die stärkste Motocross-Serie in Europa. Und weil die Startmöglichkeiten wegen der Corona-Krise stark eingeschränkt sind, begrüßt Gastgeber MSC Grevenbroich am Wochenende viele Topstars auf der Königshovener Höhe.

Manchmal bringt Covid-19 auch Vorteile. Nein, ausnahmsweise soll es an dieser Stelle mal nicht ums Arbeiten im Home Office gehen, sondern um die Premiere der „Short Season 2020“ im Motocross. Die macht nämlich aus der 2005 in ADAC MX Masters unbenannten Internationalen Deutschen Motocross-Meisterschaft mit einem Schlag ein absolutes Topevent. „Viel mehr geht nicht“, stellt Günter Becker, Pressesprecher des gastgebenden MSC Grevenbroich, nicht ohne Stolz fest. „Nur die WM wäre jetzt noch eine Steigerung.“

Auch ohne den verletzten Masters-Champion Dennis Ullrich fährt auf der anerkannt exzellenten Sandbahn auf der Königshovener Höhe in Gustorf so ziemlich das Beste, was weltweit in diesem so spektakulären Sport im Einsatz ist. Die Favoritenrolle geht an den Österreicher Pascal Rauchenecker, doch der Franzose Jordi Tixier, 2014 Weltmeister der MX2-Klasse bis 250 Kubikzentimeter (ccm), führt eine hochkarätig bestückte Liste voller Herausfordererer an. Zu nennen sind da Kevin Wouts, Jeremy Delince und Brian Hsu sowie die deutschen Asse Tom und Tim Koch, Stefan Ekerold und Mike Stender. Zu beachten sind indes auch Henry Jacobi – der Masters-Sieger von 2018 gibt sein Comeback in dieser Rennserie – und der zweimalige Vizeweltmeister Kevin Strijbos aus Belgien. Das illustre Teilnehmerfeld summiert sich auf diese Weise auf rund 200 Starter aus 17 Nationen. Und damit zurück zu Covid-19 und der „Short Season“: Weil lange nicht klar war, ob in diesem Jahr überhaupt um Titel gefahren werden kann, hatten Vereine ihre Veranstaltungen reihenweise absagen müssen. Nachdem auch die Deutsche Meisterschaft der Klasse 250 ccm und Open komplett gestrichen wurde „ist die ADAC MX Masters als einzige Prädikats-Serie verblieben“, weiß Becker. Die Königshovener Höhe war da als Austragungsort eigentlich logisch. So erklärt Katrin Wustmann, Event-Managerin des ADAC München: „Wir sind froh, im MSC in schwierigen Zeiten einen erfahrenen und motivierten Klub gefunden zu haben. Die Strecke ist bei internationalen Top-Fahrern und -Teams schon lange ein sehr beliebtes Trainings- und Testgelände.“ Tim Münchhofen, geschätzter Streckenchef und Sportleiter des MSC, weiß das natürlich längst: „Unsere Sommerbahn ist eine sehr herausfordernde Strecke – sowohl fahrtechnisch als auch konditionell.“

Für die am Wochenende in allen vier Rennklassen aktiven Teilnehmer aus der Schlossstadt die perfekte Gelegenheit, sich in der auf zwei Rennen verkürzten Meisterschaft eine gute Ausgangsposition für das Finale am 3./4. Oktober in Tensfeld (Schleswig-Holstein) zu verschaffen. Allen voran Gianluca Ecca, amtierender Deutscher Meister in der 250-ccm-Klasse. Gerade von einer Schulterverletzung genesen, brennt der Lokalmatador auf seinen Einsatz: „Endlich geht es los! Das war schon ein komisches Jahr, wir wussten lange nicht, ob es überhaupt Rennen oder eine Meisterschaft geben wird. Darum war es nicht einfach, sich im Training auf Top-Level zu halten, schließlich bereitet man sich normalerweise speziell auf bestimmte Termine vor. Ich fühle mich wieder gut und mein Ziel ist es, gut zu punkten.“

Gianluca Ecca ist Deutscher Meister in der 250-ccm-Klasse. Foto: MSC

Zusätzlich zur den ADAC MX Masters-Klasse besetzt der MSC Grevenbroich auch die Nachwuchs-Wettbewerbe. Mit Ausnahme des MX Junior Cups 85 gibt es in allen Klassen jeweils drei statt der üblichen zwei Wertungsläufe. In der MX Masters Premium Klasse werden neben Gianluca Ecca auch Vincent Gallwitz (Deutscher Jugendmeister 2013) und Paul Ullrich für den Gastgeber an das Startgatter rollen. In der Nachwuchsklasse ADAC Youngster Cup begeben sich Benedikt Gödnter und Pascal Jungmann auf die Strecke. In 125 und 85ccm sind in Jan Krug, Lena Gödtner, Konrad Fuchs, Danilo Grosser und Philipp Garcke weitere MSC-Talente dabei.

Einziger, wenngleich dicker Wermutstropfen: Da das behördlich genehmigte Hygienekonzept keine Zuschauer zulässt, dürfen sich neben den Fahrern und ihren Mechanikern nur die in die Organisation eingebundenen Mitarbeiter des ADAC sowie Mitglieder des MSC auf der Anlage aufhalten.