Fußball: Weißenberg kann am Thron des Meisters SV Hemmerden kratzen

Fußball : Weißenberg kann am Thron des Meisters SV Hemmerden kratzen

Die Favoritenstellung ist morgen bei den Kreishallenmeisterschaften der Fußball-Frauen längst nicht mehr so eindeutig wie in den vergangenen Jahren.

In der jüngeren Geschichte des Frauenfußballs im Rhein-Kreis sah die Hackordnung eigentlich immer wie folgt aus: Erst der SV Hemmerden und dann ganz, ganz lange nichts. Nach wie vor ist der SVH als Niederrheinligist der klassenhöchste Teilnehmer. Dennoch geht er längst nicht mehr als uneingeschränkter Favorit in die morgige Endrunde der Kreishallenmeisterschaften (Sporthalle am Torfstecherweg).

Gerade einmal acht Punkte fuhr der Dauertitelträger in der Hinrunde ein und ist damit das Schlusslicht der Niederrheinliga. Erst zwei Saisonsiege stehen auf dem Konto, im Kreispokal scheiterte man mit 0:2 am SV Rosellen. Dazu kommt eine lange Verletztenliste. "Wir werden auch am Wochenende sehr viele Ausfälle haben", sagt der sportliche Leiter Peter Compes, der im Vorjahr noch als Trainer mit einem 1:0 gegen die SVG Weißenberg eine weitere Meisterschaft sicherte.

Gut möglich, dass morgen die anderen jubeln. Denn die SVG schickt sich so langsam an, die Nummer eins im Rhein-Kreis zu werden. Als Aufsteiger marschiert sie bislang geradezu durch die Landesliga und hat als Tabellendritter nur drei Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Im Kalenderjahr 2014 verlor die Mannschaft von Trainer Guido Brenner ganze drei Pflichtspiele, zwei davon im Dezember. "In der Vergangenheit sind wir eigentlich immer Zweiter geworden. Jetzt wäre es schön, das Ding mal zu gewinnen", meint der Coach. Dafür muss er allerdings erst einmal durch die harte Gruppe B, in der gleich zum Eröffnungsspiel Ligakonkurrent SV Rosellen wartet. "Das wird direkt ziemlich wichtig. Wenn wir den Weg ins Halbfinale finden, ist alles möglich", glaubt Brenner.

Rosellens Co-Trainer Hans-Georg Solf erklärt die SVG zum Turnierfavoriten: "Weißenberg ist die Nummer eins, dann kommt Hemmerden. Dahinter ist eine ganze Menge möglich, auch die ambitionierten Kreisligisten können es krachen lassen." Dass sein Team Weißenberg schlagen kann, bewies es erst vor wenigen Wochen mit einem 1:0-Sieg im Niederrheinpokal. Solf schränkt aber ein: "Wir gehen relativ unvorbereitet in das Turnier und haben zudem mehrere Spielerinnen im Urlaub."

Dass ein Bezirksligist für eine Überraschung sorgt, ist hingegen eher unwahrscheinlich. Die vier Kreisvertreter stecken allesamt im Abstiegskampf, die besten Chancen auf das Halbfinale dürfte noch der Hemmerdener Gruppengegner SG Kaarst haben. Unangenehm könnte zudem das Kreisliga-Spitzenduo FC Straberg und BV Wevelinghoven werden, sofern es sich in der heutigen Vorrunde durchsetzen kann.

(NGZ)
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