1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Wehr: Zwei Unfalltote bei 364 Einsätzen

Korschenbroich : Wehr: Zwei Unfalltote bei 364 Einsätzen

Nur bei der Hälfte ihrer Einsätze rückte die Freiwillige Feuerwehr Korschenbroich zum Löschen aus: 201-mal leistete sie im vergangenen Jahr sonstige Hilfe. "Es war ein ruhiges Jahr", bilanziert Brandinspektor Frank Baum.

Tatsächlichen Brandschutz leisten die Feuerwehren lediglich noch bei der Hälfte ihrer Einsätze. Das macht einmal mehr die Einsatzstatistik der Korschenbroicher Rettungskräfte für 2012 deutlich. "Insgesamt war es ein ruhiges Jahr", sagt Stadtbrandinspektor Frank Baum.

364 Einsätze sind die Löschzüge und -gruppen gefahren: 163-mal waren sie zu Brandeinsätzen unterwegs, während in 201 Fällen technische Hilfe zu leisten war. Wobei sich hinter diesem Begriff eine Vielzahl von Tätigkeiten verbirgt. Das Beseitigen von Ölspuren nach Verkehrsunfällen gehört ebenso dazu wie diverse Wassereinsätze, bei denen Wohnungen überschwemmt wurden. Nicht nur die gern zitierte Katze auf dem Baum galt es zu retten, auch für "Menschen in Notlagen" war die Feuerwehr zur Stelle. "Dabei geht es vor allem um ältere Leute. Nachbarn, die sie länger nicht gesehen haben, melden sich", erzählt Frank Baum. Die Feuerwehr öffnet dann auch verschlossene Türen. Was im Einzelfall schon mal auf einem "Fehlalarm" beruhen kann: "In einem Fall stellte sich heraus, dass der Bewohner in Düsseldorf einkaufen war", berichtet der Feuerwehrchef. Diese Art der Nothilfe häuft sich, wobei solche Irrtümer die Ausnahme sind: 2012 war die Feuerwehr in insgesamt 23 solcher Fälle unterwegs.

Zwei Tote waren bei Einsätzen zu beklagen. Frank Baum erinnert dabei zum Einen an den Verkehrsunfall südlich von Lüttenglehn, bei dem ein Porsche-Fahrer ums Leben kam. In Glehn verstarb ein unter Stahlrohren eingeklemmter Arbeiter noch am Einsatzort. Die Korschenbroicher Feuerwehrleute kamen bei ihren Einsätzen glimpflich davon. Es gab im vergangenen Jahr lediglich zwei Leichtverletzte.

Noch vor einigen Jahren war es eine besonders nervige Angelegenheit für die Florianer: Zumeist technisch bedingte Fehlalarme zählten zu den am heißesten diskutierten Fachthemen. Inzwischen hat sich die Situation offensichtlich wieder beruhigt: Als "durchschnittlich" bewertet Baum die Zahl der Fehlalarme. Gleichfalls im Rahmen hielten sich die vor allem im Sommer fälligen Einsätze, bei denen Schuppen brannten, in denen Stroh gelagert wurde: Hier waren die Florianer 2012 dreimal vor Ort, wobei es sich in einem Fall um einen größeren Brand handelte. In der Regel wird hier Brandstiftung vermutet, wobei nur in Ausnahmefällen auch Täter ermittelt werden können.

Viele Mitglieder der Feuerwehr werden in diesen Wochen traditionell befördert oder geehrt. Für den Löschzug Korschenbroich wird 2013 ein Hilfeleistungsfahrzeug HLF 20/16 sowie ein Gerätewagen angeschafft. Hinsichtlich der Vergrößerung der Fahrzeughalle und der Umkleide bei der Glehner Feuerwehr ist Frank Baum zufolge "die Vorplanung erledigt". Derzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren. Die Pläne für das Gerätehaus in Kleinenbroich sind allerdings noch in Arbeit.

(NGZ/url)