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Korschenbroich: Warten auf schnelles Internet

Korschenbroich : Warten auf schnelles Internet

Die Bürger im Süden Korschenbroichs beklagen immer noch die lahmen Internet-Verbindungen. Heute will Bürgermeister Dick das Thema erneut im Hauptausschuss ansprechen. Die Stadt sieht Handlungsbedarf.

Seit Monaten setzt sich Gerd Cattelaens (56) für ein schnelleres Internet ein. Er sammelt unermüdlich Daten und will sich im Zeitalter elektronischer Datenautobahnen nicht unterkriegen lassen. Er gehört neben Frank Wiedemeier (42), Michael Schlepütz (56) und Markus Giehl (32) zu den Initiatoren der Bürgerinitiative "DSL — DröLieStein", die sich für schnelle DSL-Leitungen im Stadtgebiet einsetzen. Unterstützt wird die engagierte Gruppe von Bürgermeister Heinz Josef Dick. "Ein gut funktionierender PC gehört mittlerweile zum Leben wie ein Wasseranschluss", unterstreicht der Verwaltungschef die Bedeutung.

Allerdings weiß Dick auch, dass sich das Problem nicht so einfach lösen lässt. Neben der Finanzierung ist auch die Anbieterfrage zu klären. Nach dem Vortrag von Georg Theißen, Telekom-Indirektor für Vertrieb und Service, zum Thema Breitbandversorgung per Glasfaserkabel im Februar, ist heute im Hauptausschuss ein Vertreter der Dormagener Firma "LanStream" zu Gast. Er will ab 18 Uhr in der Feuerwache Korschenbroich über den aktuellen Stand und die Perspektiven mit Richtfunk berichten.

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Der ebenfalls für heute im Hauptausschuss angekündigte Vodafone-Vertreter sagte seine Teilnahme kurzfristig ab. "Es wird auch keinen neuen Termin geben", bestätigte Bürgermeister Dick auf Anfrage. Vodafone hatte im ersten Quartal 2011 für die LTE (Long Term Evolution)-Technik geworben und einen zeitnahen Umrüst-Termin fürs Korschenbroicher Stadtgebiet in Aussicht gestellt. Jetzt ruderte Vodafone zurück: "Der Anbieter kann noch nichts zum Einsatz der LTE-Technik sagen", hieß es im Rathaus.

Drei Bereiche sind in Korschenbroich für Internet-Nutzer "unterversorgt". Während im Holzkamp (Kleinenbroich) Gewerbetreibende ein lahmes Internet beklagen, gibt es mit Drölsholz, Steinhausen und Steinforth-Rubbelrath weitere Gebiete, die "als unterversorgt" gelten. "Dort sind ausschließlich private Nutzer betroffen", weiß Dick.

Das ist auch die Chance, die die Stadt hat. Sie würde das "Förderprogramm der Breitbandversorgung ländlicher Räume" des Landes NRW nutzen. Ansprechpartner dafür ist die Bezirksregierung Düsseldorf, bei der Wirtschaftsförderin Stefanie Bössem (40) bereits die Infos eingeholt hat, die für eine Förderung wichtig sind. Das Vorhaben wird auf gut 150 000 Euro eingeschätzt. "90 Prozent trägt das Land, zehn Prozent muss die Stadt beisteuern", so Stefanie Bössem. Für den Bürgermeister ist es zunächst wichtig, sich auf eine Umsetzungsform zu einigen. "Das Förderprogramm läuft bis 2013", so Dick. Sein Ziel: "Ich will bis zum Jahresende die politische Entscheidung. Danach müssen wir aufgrund der Haushaltslage den Rhein-Kreis als Aufsichtsbehörde einschalten. Er muss die Ausgabe genehmigen. "

(NGZ)