Jüchen : Warten auf die Schulreform

Renate Hendricks, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, warb im Forum der Realschule für die Einführung der Gemeinschaftsschule. Diese soll in Jüchen 2012 kommen. Die Gemeinde fordert Planungssicherheit.

Die rot-grüne Landesregierung will am 20. Juli den Gesetzentwurf für die Schulreform im Landtag einbringen. Renate Hendricks, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion informierte jetzt im Forum der Realschule Jüchen über die geplante Einführung der Gemeinschaftsschule. Dazu hatte die SPD-Ortsgruppe Jüchen geladen. Bürgermeister Harald Zillikens (CDU) nutzte die Gelegenheit, um bei der Landespolitikerin auf Nachhaltigkeit zu drängen: "Der Gesetzgeber muss uns Planungssicherheit geben."

Renate Hendricks verwies auf die derzeit laufenden Verhandlungen. Sie nutzte den Abend, um erfolgreiche Beispiele alternativer Schulformen zu zeigen. "Wir wollen, dass Kinder ihre Potenziale durch individuelle Förderung abrufen können", sagt Hendricks.

Es ist einer dieser Sätze, den Politiker von Rot-Grün zuletzt immer wieder sagten. Aber auch einer dieser Gemeinplätze — denn wer wünscht sich das für seine Kinder nicht. Doch Eltern sind an diesem Abend so gut wie keine gekommen. Sie verpassen, wie die Landtagsabgeordnete unermüdlich die Werbetrommel für die Schulreform rührt.

In Jüchen soll die Gemeinschaftsschule 2012 Wirklichkeit werden. Damit soll auch das Aus der Hauptschule in der Gemeinde aufgefangen werden. Diese läuft wegen mangelnder Neuanmeldungen in spätestens fünf Jahren aus. "Die Realschule kann das nicht auffangen. Die Gemeinschaftsschule ist daher aus unserer Sicht die Ideallösung", sagt Harald Zillikens.

Doch noch gibt es Hürden: Um eine Gemeinschaftsschule zu gründen, bedarf es der Absichtserklärung von 75 Eltern. Denn der Gesetzgeber verlangt eine Dreizügigkeit mit Klassen von je 25 Schülern. Im September sollen Eltern die Absichtserklärung unterzeichnen. Ist das pädagogische Konzept, an dem bereits gearbeitet wird, fertig und die Kooperation mit dem Gymnasium besiegelt, wird die Gemeinde bei der Bezirksregierung den Antrag zur Gründung der Schule stellen. Später bedarf es der Zusage von 75 Eltern, ihre Kinder auf die Gemeinschaftsschule zu schicken,

Sollte diese abgelehnt werden, wird es in Jüchen in Zukunft nur noch die Möglichkeit geben, dass Grundschüler auf das Gymnasium oder die Realschule wechseln — oder in eine andere Kommune ausweichen. "Wir sind von der Gemeinschaftsschule überzeugt", stellt Harald Zillikens klar. Die Reaktion der Eltern schwanke aber noch zwischen "Euphorie und zurückhaltendem Abwarten".

(NGZ)