Jüchen : Wallrath soll attraktiver werden

Mehr Hinweise aufs Tempo 30 und schnelleren Internetzugang wünschen sich viele Wallrather. Mit einer Umfrage hat Helmut Wittig von der Dorfgemeinschaft ausgelotet, wie der Ort weiter voran gebracht werden soll.

Die 235 Menschen in Walrath haben schon viel erreicht: Beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" errang der Ort 2011 auf Kreisebene einen ersten Preis. Das macht Mut zu mehr. Helmut Wittig, seit März Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, hat mit einer Umfrage ausgelotet, wie der Ort weiter voran gebracht werden soll. "Bevor wir Vorschläge machen, wollte ich wissen, was die Wallrather bewegt, was sie wünschen", so Wittig.

Der 59-Jährige hätte sich allerdings eine größere Resonanz gewünscht, nur etwas über 20 Prozent der Haushalte im Ort haben den Fragebogen ausgefüllt zurückgegeben. Nun hofft Wittig, dass viele zur Dorfversammlung morgen ab 20 Uhr in der ehemaligen Gaststätte Mockel kommen. Dort wird das Ergebnis der Umfrage vorgestellt, sollen die 13 Vorschläge — von Baumpflanzungen bis zur Tauschbörse für Nachbarschaftshilfe und zu Aktionen für Senioren — diskutiert werden. "Wir haben nach der Meinung zu Themen gefragt, die im Ort diskutiert werden", so Wittig, der die Liste noch um eigene Vorschläge ergänzt hat.

Ein Wunsch vieler Wallrather sind Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung an den Ortseingängen. "Vor rund zwei Jahren wurde die Straße erneuert. Das führt nun aber dazu, dass es einige mit dem Tempolimit nicht so genau nehmen, zu schnell fahren. Viele Wallrather wünschen sich, dass das erlaubte Tempo 30 mit Markierungen gut sichtbar auf die Fahrbahn gemalt wird." Ob die Dorfgemeinschaft auch Verengungen oder Parkbuchten an den Ortseingängen wünscht, wird noch diskutiert.

Deutlich schneller soll es dagegen im Internet zugehen. "Rund 75 Prozent der Befragten sagen, dass wir in Wallrath leistungsfähigere Internetverbindungen brauchen — das ist auch für die Freiberufler im Dorf wichtig. Downloads etwa brauchen bei uns viel Zeit", so Wittig. Ein neues Baugebiet für Wallrath scheint dagegen keine Mehrheit im Ort zu finden. "Viele denken, dass der Ort so in Ordnung ist, und befürchten, dass durch ein Neubaugebiet das Dorf an Identität verlieren könnte", sagt Wittig.

Handlungsbedarf sieht er für einen neuen Versammlungsraum. "Die Gaststätte Mockel ist geschlossen. Sie wird für Veranstaltungen geöffnet, aber wir wissen nicht, wie lange noch." Es gebe Überlegungen, das Spielhaus am Kirmesplatz zu einem solchen Raum umzubauen. "Die Gemeinde hat aber erklärt, dass das baurechtlich nicht möglich ist", nun müsse eine andere Lösung gesucht werden.

(NGZ)