Jüchen : Waat feiert seine Löschgruppe

Vor 90 Jahren wurde die Löschgruppe Waat gegründet. Ein besonderes Datum, das mit einem "Booster"-Konzert, der "Fire Night" und zahlreichen Gästen in dem kleinen Ort groß gefeiert wurde.

Retten, löschen, bergen und schützen — das sind die Aufgaben der Feuerwehr. Die Löschgruppe Waat kümmert sich noch um eine weitere: Sie spielt mit Veranstaltungen eine entscheidende Rolle im Leben des kleinen Ortes. "Wir versuchen, die dörfliche Gemeinschaft mit Festen wie diesen zu pflegen", sagt Löschgruppenleiter Gerd Pferdmenges (49).

Dass dieses Angebot überaus beliebt ist, zeigte die große Resonanz zur Feier des 90-jährigen Bestehens: So ließen sich mehr als 500 Besucher von "Booster" unterhalten — auch beim Umzug durch die wimpelgeschmückten Straßen und beim Festakt waren viele Gäste dabei.

Vor 90 Jahren, am 23. September 1921, wurde die Freiwillige Feuerwehr für die damalige Gemeinde Kelzenberg gegründet, darunter auch in Waat. In dem kleinen Ort lebten um die Jahrhundertwende rund 80 Familien, die meisten arbeiteten in den umliegenden Webereien und Spinnereien.

Die Waater Florianer waren beliebt, 1925 baute die Truppe ihren ersten eigenen Gerätewagen. Am 10. Mai 1927 verzeichnet die Chronik den ersten Einsatz bei Maassen in Dürselen — dort fehlen damals Wasserleitungen, dennoch konnte das Feuer beschränkt werden. 1932 brannte erneut eine Scheune — aus den Flammen konnten die Tiere, ein Schwein, eine Ziege und ein Kaninchen, gerettet werden.

Zwei Höhepunkte aus 90 Jahren Geschichte: 1971, zum 50-jährigen Bestehen, wurde das in Eigeninitiative errichtete Gerätehaus fertig — heute sind die 17 Aktiven der Löschgruppe Waat stolz auf ein modernes Löschgruppenfahrzeug.

Und so feierte Waat: Am Freitag hatte das Fest mit der zwölften "Waater Rocknacht" begonnen. "Die Stimmung war sehr gut, denn für Jung und Alt war etwas dabei", sagt Gerd Pferdmenges. Am Samstag waren der Festzug durch den Ort, Kranzniederlegung am Gefallenendenkmal und Festabend im Zelt terminiert. Nach der Festansprache wurden 250 Preise verlost: Hauptgewinn war ein schlachtreifes Schwein, das man sich beim Schlachter auszahlen lassen oder mitnehmen konnte.

Ein Schwein zum Abholen

Auch in diesem Jahr wird es noch weitere Termine für die Aktiven aus Waat geben: So wird die Löschgruppe den Sankt-Martins-Zug organisieren und sich weiterhin um das Gefallenendenkmal kümmern. Der Brandschutz bleibt natürlich die Hauptaufgabe.

"Wir treffen uns jeden zweiten Mittwoch, um zu üben oder die Fahrzeuge und Geräte zu pflegen, denn es ist wichtig, im Ernstfall vorbereitet zu sein", sagt Pferdmenges. "Da muss jeder Handgriff sitzen."

(NGZ)
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