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Lokalsport: Von der Indiaca zum Alpenveilchen

Lokalsport : Von der Indiaca zum Alpenveilchen

Mit der Ausrichtung der Norddeutschen Meisterschaften in Neuss hat sich die SG Erfttal in Position gebracht.

Ja, in der öffentlichen Wahrnehmung liegen Welten zwischen Indiaca und Fußball. Doch eines hat das so dynamische Rückschlagspiel mit südamerikanischen Wurzeln, bei dem ein mit Federn versehener Lederball mit der flachen Hand oder den Füßen übers Netz gespielt wird, Deutschlands Sportart Nummer eins voraus: Nach dem volleyballähnlichen Spiel ist eine Blume benannt. Das zu Jahresbeginn auf der Internationalen Pflanzenmesse IPM in Essen vorgestellte Alpenveilchen "Indiaka" ist bislang vor allem in Großbritannien, Italien, Spanien, Deutschland, China, Japan und den Niederlanden zu finden.

Das Team der SG Erfttal: (v.l.) Maria Bondar, Danny Thiele Marc Blasberg (mit Sohn Phil), Oliver Pauschert, Jacob Nachtwey, Roland Bannat, Julia Wagener, Monika Langwald (vorne), Steffen Langfeld, Natasja Brughmans Helmut Schmitz (vorne). Die Sportart Indiaca diente als Namensgeber für das in Frankreich kreierte Alpenveilchen Indiaka, bei den Norddeutschen Meisterschaften überall in der Elmar-Frings-Halle präsent. Alle Mannschaften waren in Topbesetzung angetreten. Foto: SG

Was das mit den Norddeutschen Meisterschaften in Neuss zu tun hat? Nun, Helmut Schmitz, umtriebiger Chef der Abteilung Indiaca in der als Ausrichter fungierenden SG Erfttal, hatte vor gut einem Jahr Kontakt mit dem seit mehr als 90 Jahren auf die Züchtung von Cyclamen (Alpenveilchen) spezialisierten französischen Familienunternehmen Morel aufgenommen. Und weil die Indiaka-Serie mit ihren knalligen Farben an den Handfederball der Sportler erinnert, waren die temperamentvollen Kreationen in Magenta, Violett, Pink und Lachs am Wochenende auch in der ansonsten eher nüchternen Elmar-Frings-Sporthalle überall präsent.

Foto: Helmut Schmitz

Eine ungewöhnliche Atmosphäre, die besonders die Teams des CVJM Kamen zu Höchstleistungen animierte. Der vielfache Deutsche Meister, auf dessen Personal auch die auf Topniveau agierenden Nationalmannschaften der vor allem im Deutschen Turner-Bund (DTB) und im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) organisierten Wettkampfsportler nicht verzichten können, gewann sowohl bei Männern und Frauen als auch im Mixed. Natürlich zählen die Athleten aus dem östlichen Ruhrgebiet damit zu den heißen Favoriten bei den Deutschen Meisterschaften

Für die nationalen Titelkämpfe am 16. und 17. Juni im bayerischen Reichertshausen sind auch die drei Mannschaften der SG Erfttal qualifiziert. Dass es in den Klassefeldern, "alle Teams waren hier in ihren Topbesetzungen angetreten" (Schmitz), weder für Männer (Platz fünf) und Frauen (4.) noch für die als Oberligist in der höchsten deutschen Liga spielende Mixed-Truppe (5.) um den fünfmaligen Weltmeister Danny Thiele zum Sprung aufs Siegertreppchen reichte, fand der Abteilungsleiter gar nicht schlimm: "Wir entwickeln uns ja noch. Ich denke schon, dass wir uns ganz gut verkauft haben." Das tat die SG im Übrigen auch in ihrer Rolle als Gastgeber. "Organisatorisch gesehen lief das Turnier optimal ab", resümierte Schmitz zufrieden. "Und das war die Hauptsache - für dieses Mal."

Damit die Hände in den Schoß zu legen, um den Indiaca-Sport im Rhein-Kreis wieder in den Dornröschenschlaf fallen zu lassen, ist seine Sache nämlich nicht. Mit Freude haben er und das Organisationsteam um Monika Langwald registriert, "dass deutlich mehr Zuschauer als sonst in der Halle waren, darunter auch viele ehemalige Mitglieder und Hobbyspieler." Darauf gelte es nun aufzubauen. "Indiaca ist ein Mannschaftssport, der für alle Altersgruppen geeignet ist", wirbt er: "Und da es leicht zu erlernen ist und ein geringes Verletzungsrisiko hat, ist es eine interessante Alternative zu klassischen Sportarten."

(NGZ)