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Jüchen: Vom Lehrerberuf schon als Kind geträumt

Jüchen : Vom Lehrerberuf schon als Kind geträumt

Werner Fritsche gehört zu den bekannten Hochneukirchern – auch als kommissarischer Schulleiter der Hauptschule.

Hochneukirch Werner Fritsche gehört zu den Menschen, die der Ganztagshauptschule (GTHS) Hochneukirch ein Gesicht geben. In seiner Freizeit kennt man ihn, der fast ohne Unterbrechung in Hochneukirch gelebt hat, unter anderem als sportlichen Ehrenamtler beim TV Hochneukirch. Seit Herbst 2009 leitet der 61-Jährige die Hauptschule kommissarisch, in einem halben Jahr beginnt für den gebürtigen Jüchener die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit. Werner Fritsche wird dort nicht der letzte kommissarische Schulleiter sein – ihm wird Peter Küpper folgen. Küpper wird die letzten Tage der Hauptschule begleiten – sie wird laut Zusage der Bezirksregierung Düsseldorf bis zum 31. Juli 2016 bestehen bleiben. Für Schüler und Lehrer wird es keine einfache Zeit, weiß Werner Fritsche: "Weniger Schüler bedeutet auch, dass die Zahl der Lehrer sinkt." Und damit würde es immer schwerer werden, den Fächerkanon abzudecken. Dennoch ist Fritsche zuversichtlich: "Wir haben die schriftliche Zusage der Bezirksregierung, dass jeder Schüler hier seinen Abschluss machen kann."

Die Begeisterung für den Beruf des Lehrers erlebte Werner Fritsche bereits als Jugendlicher am Gymnasium Odenkirchen – er schätzte die Arbeit der Pädagogen als "interessant und faszinierend" ein: "Die Rolle von jemandem, dem die Schüler gebannt an den Lippen kleben, möchtest Du später auch einmal übernehmen", erinnert er sich mit einem Lächeln. Werner Fritsche verfolgte sein Ziel, studierte daraufhin die Fächer Mathematik, Englisch und Erdkunde an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Köln, wurde Lehramtsanwärter in Hochneukirch, arbeitete zunächst in Kamp-Lintfort und nutzte die erste Möglichkeit, um wieder nach Hochneukirch zurückzukehren: 1976 stellte er einen Antrag auf Versetzung.

Was hat sich in dieser langen Zeit seiner Berufstätigkeit geändert? "Die Schüler haben sich verändert", meint der Vater von drei erwachsenen Kindern. Früher hätten mehr die fachlichen Probleme im Vordergrund gestanden und die Frage, wie Leistungen bewertet würden. Heute müssten sich Lehrer auch mit den unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen der Schüler auseinandersetzen, die aus dem jeweiligen familiären Umfeld resultieren. Was den Lehrern und besonders den Kindern und Jugendlichen dabei sehr helfe: die Stelle der Schulsozialpädagogin. Seit sechs Jahren ist Sandra Schwoll Ansprechpartnerin für die Hauptschüler und seit dem Start der neuen Sekundarschule auch für die dortigen Kinder.

Auf den neuen Lebensabschnitt, der in sechs Monaten beginnen wird, freut sich Werner Fritsche bereits jetzt. Was er dann auf jeden Fall nutzen will: die Vorteile des Reisens außerhalb der Schulferienzeiten. "Es wird schön sein, gemeinsam mit meiner Frau Veronika durch Deutschland zu reisen und die Vorteile der Vor- und Nachsaison zu nutzen."

(kvm)