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Vom Aufstieg redet beim Fußball-Landesligisten SC Kapellen niemand

Fußball : Vom Aufstieg redet in Kapellen niemand

Elf Spieler haben den Fußball-Landesligisten nach der völlig missratenen und von der Corona-Pandemie beendeten Saison verlassen, 18 neue sind gekommen. Wie Mark Schiffer weisen die meisten Zugänge eine SCK-Vergangenheit auf.

Mit dem offiziellen Trainingsauftakt am Montag beginnt beim SC Kapellen eine neue Zeitrechnung. Seit dem mehr als überflüssigen Abstieg aus der Oberliga 2018 hatte der Branchenführer im Fußballkreis 5 Grevenbroich/Neuss danach getrachtet, in die höchste Spielklasse am Niederrhein zurückzukehren. Damit ist es nun vorbei. Der Sportliche Leiter Jörg Ferber umreißt die neue sportliche Ausrichtung: „Wir haben eine gute Mannschaft, die in der Landesliga bestehen kann. Das wird eine spannende Saison – von einem Mittelfeldplatz bis zum oberen Bereich ist alles drin.“

Die von der staunenden Konkurrenz als „Millionentruppe“ wahrgenommene Truppe der vergangenen Spielzeit ist Geschichte, hat sich in alle Himmelsrichtungen verstreut. Die Ansammlung von Hochkarätern wie Marc Paul, Christos Pappas, Timo Welky, Janik Röber, Lennart Ingmann oder auch Burak Akarca funktionierte als Team einfach nicht – weder mit Oliver Seibert auf der Trainerbank noch unter dem für kurze Zeit eingesprungenen Jörg Ferber und Juppi Schmitz, dessen Mission, den komplett aus der Spur geratenen SCK zu stabilisieren durch die Corona-Pandemie ein jähes Ende fand. Doch der Servicemanager könnte jetzt genau der richtige Mann sein, haben doch fast alle der 18 Zugänge (!) „eine Kapellen-Vergangenheit“, sagt Ferber und betont: „Da sind viele, viele junge Spieler dabei.“

Stellvertretend dafür steht Mark Schiffer (21): Der nach zwei Jahren beim Oberligisten 1. FC Monheim ins Jupp-Breuer-Stadion zurückgekehrte Energizer hat den SCK quasi im Blut, kickte schon mit dessen Nachwuchs in der Niederrheinliga. Sein Vater Peter Schiffer gehört dem Trainerstab in Kapellen an. Auch der zuverlässige Arbeiter Dimitrios Balis, Keeper Patrick „Paco“ Pesch, Pablo Ramm sowie die zuletzt für den Ligarivalen 1. FC Mönchengladbach tätigen Semih Cahir und Thomas Lavia liefen allesamt schon mal in „Gelb-Schwarz“ auf. Die Nachwuchsleute Baran Bal, den auch andere Klubs gerne verpflichtet hätten, David Balaban, Julian Garcia und Max Eberl waren an der Erft als Jugendliche sogar Schützlinge von Juppi Schmitz. Der ausgewiesene Experte im Umgang mit jungen Talenten – beim Kooperationspartner Borussia Mönchengladbach kümmerte er sich bis zu seiner Rückkehr nach Kapellen nebenberuflich um die Entwicklung der Jahrgänge 2001 bis 2008/09 – erhält in der anstehenden Saison Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu zeigen, rücken zudem doch gleich fünf Kicker aus der eigenen A-Jugend auf.

Vor allem Marco Heiermann hat es Ferber angetan: „Das ist ein talentierter Junge.“ Mit dem bezirksligaerfahrenen Volkan Özcan arbeitete Ferber in Gnadental zusammen, der seit heute 20-jährige Ermal Maqkaj war in den beiden vergangenen Jahren zwar für den VfR Fischeln am Ball, entstammt aber dem Nachwuchs des TuS Grevenbroich. Ebenfalls bereits unter Vertrag stand Magnus Abels. Zurück aus den USA, wo er mit einem Fußball-Stipendium am Notre Dame College of Ohio in Cleveland spielte, wollte der Stürmer seine sportliche Karriere ursprünglich bei seinem Ausbildungsklub im Rhein-Kreis fortsetzen, erhielt dann aber ein Angebot des Regionalligisten SV Straelen. „Und diese Chance wollten wir ihm nicht verbauen“, sagt Ferber.

Über jede Menge Feuerkraft verfügt der neue Kader trotzdem, dafür sorgen schon die an Bord gebliebene Fachkräfte Manu Ioannidis, Can Yücel, Robert Wilschrey,  Maik Ferber, Nils Mäker, Stephan Wanneck, Yannick Ebert, Marco Czempik, David Dygacz, Nils Dübbert und Goalgetter Alexander Hauptmann (18 Tore in 19 Einsätzen), der sich nach seiner Knie-OP im Winter wieder zurückgemeldet hat. Ferber: „Wir haben einen Schnitt gemacht, dafür brauchen wir einen großen Kader.“ Grundsätzlich sei der SCK damit durch in Sachen Personal, sagt er, schränkt aber ein: „Wenn irgendwas Granatenmäßiges kommt, was auch vom Charakter her gut reinpasst, machen wir das natürlich.“