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Sportlerwahl: Voltigiererin Mona Pavetic macht mit ihrem Sieg das Dutzend voll

Sportlerwahl : Voltigiererin Mona Pavetic macht mit ihrem Sieg das Dutzend voll

Die zwölf Jahre alte Gewinnerin der 37. NGZ-Sportlerwahl setzt die Dominanz der Pferdesportler fort.

Gestatten, Mona Pavetic. geboren am 5. Februar 2003. Auch Flöhchen, Moni oder Schnucki genannt. Amtierende Weltmeisterin, Europameisterin 2013, Vize-Weltmeisterin 2012, dreimal Deutsche Meisterin - und nun auch "NGZ-Sportlerin des Jahres". Ein Mega-Talent. Und Teil einer hocherfolgreichen Dynastie: Die jüngste Titelträgerin aller Zeiten ist bereits die zwölfte Gewinnerin aus dem Voltigierlager - seit der ersten Auflage 1978 lagen in der Gunst der Leser bislang 18 Mal Pferdesportler vorne.

 Multitalent: David Li, Schüler der ISR, ist auch am Klavier ein Virtuose.
Multitalent: David Li, Schüler der ISR, ist auch am Klavier ein Virtuose. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Wenn es zählt, ist die Zwölfjährige voll bei der Sache. "Sie ist ein kleines HB-Männchen, kann sich aber auch gut konzentrieren und lernt sehr schnell", sagt ihre Mutter Petra Pavetic. Damit war der im Interview mit Moderator Volker Koch erstaunlich selbstbewusste Wildfang des vom Erfolg verwöhnten RSV Neuss-Grimlinghausen am Dienstagabend genau am richtigen Ort. Denn für die Internationale Schule in Neuss (ISR), in diesem Jahr zum ersten Mal Gastgeber der "NGZ Sportlerwahl", ergänzen sich die Leistungen im Klassenraum und auf dem Sportplatz ganz vortrefflich. Peter Soliman, geschäftsführender Gesellschafter der ISR, sieht im Willen zur Leistung, im Geist der Disziplin das verbindende Element. Sein Credo: "Leistung ohne Arroganz."

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Wie das in der Praxis aussieht, erklärten in David Li (Klaviervirtuose und angehender Nationalspieler im Golf), Lena Walterscheidt (zweimalige Dressur-Europameister), Anna Huesges (Europameisterin im Pferde-Fahrsport) und Cecimo Zahn (Zehnter unter 527 Seglern bei der Regatta "Trofeu Vila de Palamos") vier sportlich erfolgreiche Schüler. Dass sie vor und nach der Veranstaltung in der Cafeteria der ISR noch für anstehende Klausuren zu pauken hatten, fanden Cecimo Zahn und Anna Huesges völlig normal. "Dafür werden wir hier unterstützt, können Schule und Sport gut miteinander kombinieren", sagt Lena Walterscheidt. Für David Li stellt sich dabei freilich ein Problem: "Der Tag hat leider nur 24 Stunden ..."

Alexandra Höffgen (Neusser RV), mit dem Deutschland-Achter Dritter der Ruder-Europameisterschaft, kennt das Problem. Rund 20 Trainingsstunden pro Woche am Bundesleistungszentrum in Dortmund und ein reguläres Maschinenbaustudium lassen ihr keine Zeit, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Ohne ihre Eltern und die "Partner für Sport und Bildung" ginge darum gar nichts. Radsportler Andreas Beikirch hatten finanzielle Nöte 2010 sogar genötigt, seine erfolgreiche Leistungssportkarriere zu beenden. Als der deutsche Radsport im Doping-Sumpf zu versinken drohte, habe es für ihn plötzlich kaum noch etwas zu verdienen gegeben: "Wenn du binnen eines Jahres Einbußen von 60 Prozent hast und im nächsten 30, bis du klinisch tot!" Den Traum von Olympia hatte er schon vorher begraben - doch das hatte andere Gründe. Seine These: "Wäre ich Berliner gewesen oder nach Cottbus gewechselt, hätte es bestimmt geklappt. Aber weil ich dem Rhein-Kreis Neuss immer treu geblieben bin, bin ich nie zu den Olympischen Spielen gefahren."

(NGZ)