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Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen erobern Ermelo im Sturm

Voltigieren : Team Neuss erobert Ermelo im Sturm

Beim internationalen Turnier (CVI) in den Niederlanden steht der RSV Neuss-Grimlinghausen dreimal ganz oben auf dem Siegerpodest.

Weltklasse wird hierzulande so buchstabiert: RSV NEUSS-GRIMLINGHAUSEN – und das schon seit vielen Jahren. Der Arbeitsnachweis der Voltigierer vom Nixhof beim internationalen Turnier (CVI) im niederländischen Ermelo auf drei-Sterne-Niveau: Platz eins im Doppel („Pas-de Deux“) für Janika Derks und Johannes Kay auf Diamond Sky mit Jessica Lichtenberg an der Longe. Platz eins im Einzel für Pauline Riedl auf Flamant (Jessica Lichtenberg). Und noch mal Platz eins bei den Juniorinnen fürs U18-Team auf Smarti, longiert von Pauline Riedl.

Was in anderen Vereinen ein willkommener Anlass für ausgelassene Partys wäre, nehmen die Top-Athletinnen von der Erft fast beiläufig zur Kenntnis, auf der Facebook-Seite des RSV findet sich der herausragende Auftritt in der Veluwe gerade mal mit sieben Zeilen und zwei Bildern wieder. Dabei könnten es sich die Voltigierer aus Selikum durchaus erlauben, ein bisschen auf die Pauke zu hauen. Allen voran Pauline Riedl: Nur zwei Wochen nach ihrem Triumph im Rahmen des Weltcup-Finales im französischen Saumur beherrschte sie auf ihrem immer stärker werdenden Pferd Flamant die Konkurrenz, gewann mit 7,888 Punkten vor Corinna Knauf (Köln) auf der Stute Fabiola W mit 7,7555 und der Schweizerin Marina Mohar (7,736) auf For Ever du Chalet, die in Saumur Platz zwei belegt hatte. Im Wettbewerb war auch die auf dem Nixhof  betreute, aber international für Österreich startende Daniela Slomka. Auf Caruso Hit beendete sie das Turnier, longiert von Jessica Lichtenberg, mit  6,985 Punkten auf dem zwölften Rang.

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Im Grunde wäre für Neuss sogar noch ein weiterer Platz auf dem Siegerpodest reserviert gewesen. Janika Derks, die sich beim Weltcu-Finale an der unteren Loire souverän in allen Umläufen und mit einer grandiosen neuen Kür im zweiten Durchgang die Krone aufgesetzt hatte, verzichtete nämlich auf ihren Start im Einzel. Im Training böse auf den Rücken gestürzt, begnügte sich die Vize-Weltmeisterin mit ihrer Vorstellung im Doppel. Dort sicherte sie sich mit ihrem Partner Johannes Kay – das Duo hatte 2018 bei den Weltmeisterschaften in Tryon (USA) Bronze geholt – auf Diamond Sky mit 8,397 Punkten Platz eins vor Chiara Congia und Justin van Gerven aus Köln (8,328) auf Picardo sowie Diana Harwardt und Peter Kühne aus Bernau (8,044) auf Sir Laulau. Eine zwar erwartbares, dennoch außergewöhnliches Ergebnis, hatte sich Kay doch schon in der ersten Kür eine schmerzhafte Fersenprellung zugezogen. Mit seinem Sieg festigte das Neusser Doppel seine Führung in der nationalen Rangliste. Auf Platz sieben reihte sich bei den Juniorinnen Mona Pavetic ein. An der Longe von Alexandra Knauf erhielt die Neusserin mit Eyecatcher 7,531 Punkte.

Und weil das immer noch nicht genug war, setzte die neuformierte Mannschaft bei den U18-Damen auf zwei-Sterne-Niveau noch eins drauf: Der RSV gewann auf Smarti mit 7,457 Punkten vor dem Juniorteam aus Krumke (Sachsen-Anhalt), das auf 7,302 Zähler kam, sowie dem VC Harlekin aus der Schweiz (7,205). Bemerkenswert daran: An der Longe stand zum ersten Mal (bei den Damen) Pauline Riedl. Sie war für ihre an der Uni im Klausurstress steckende Trainerkollegin Milena Hiemann eingesprungen und bestach bei ihrem Klassejob mit ausgezeichneten Nerven.  Die Gruppe kann sowohl bei den Juniorinnen als auch bei den Damen starten.

Weiter geht es für die Neusser Voltigierer am Wochenende (11./12. Mai) mit der ersten Sichtung zur Deutschen Meisterschaft in Kalkar. Auf der Reitanlage „Zum Wisseler See“ steigt Leon Hüsgen (Einzel) wieder in den Wettkampfsport ein. Zeigen soll sich auch das zweite Juniorteam. Die Gruppe besteht aus den Nachwuchs-Athletinnen, die nicht für Ermelo gemeldet waren.