Voltigieren RSV Grimlinghausen

Voltigieren: Auch Pferde dürfen in Rente gehen

Nach 18 Jahren auf dem Nixhof wurde Voltigierpferd Stalker in seinen wohlverdienten Ruhestand entlassen. Selbst Stefan Raab hat auf dem Rücken von „Tobi“ schon geturnt.

„Er ist sehr kinderfreundlich und hat sich immer durch seine Zuverlässigkeit und sein gutes Gemüt ausgezeichnet,“ sagt die neue Besitzerin Pauline Riedl, „dadurch war er für fast alles einsetzbar.“ Der Haflinger-Mix ist Anfängergruppen, Schul-AGs, therapeutisches Reiten gelaufen und wurde bis 2012 außerdem für Turniergruppen auf A- und L-Niveau eingesetzt.

Der größte Wettkampf in der Karriere des 22-jährigen waren die Deutschen Meisterschaft der L-Gruppen, bei denen Tobi das Rheinland vertreten durfte. „Fast alle Voltigierer auf dem Nixhof haben von und auf Tobi gelernt,“ sagt Pauline Riedl, die selbst mit der Gruppe Weltmeisterin war. Janika Derks, die vor zwei Monaten zusammen mit Johannes Kay WM-Bronze im Pas de Deux gewonnen hat, hat ihr erstes Doppel-Turnier überhaupt auf Tobi bestritten. „Auch wenn er damals noch in der Ausbildung war und nicht ganz gemacht hat, was er sollte,“ erinnert sich Pauline Riedl, „ich selbst hatte mein allererstes Einzel-Turnier auch auf Tobi“, sagt die Bundeskaderathletin im Einzelvoltigien.

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Ein Highlight seiner Karriere war sein TV-Auftritt bei „Raab in Gefahr: Voltigieren“ mit Stefan Raab im Jahr 2002. Vier Jahre später hat er das brasilianische Nationalteam bei den Vorbereitungen auf die WM in Aachen unterstützt. Das 1,55 Meter große Pony ist ein ziemlicher Quatschkopf. „Er ist gerne mal aus seiner Box abgehauen, um die Futterkarre zu leeren oder hat sich durch Zäune gemogelt, um auf die Nachbarweide zu kommen,“ sagt Riedl. Mit seinen 22 Jahren und einer Arthrose-Erkrankung durfte er jetzt seinen Ruhestand antreten. „Da ich und meine beiden Schwestern alle über die Jahre hinweg als Reitbeteiligung, Longenführer oder Voltigierer mit Tobi gearbeitet haben und er schon längst Teil der Familie war, haben wir beschlossen ihn von Marlies Klüter zu übernehmen,“ sagt Pauline Riedl.

Seit Anfang des Monats findet man Tobi in der Aachener Soers in einer kleinen Herde im Offenstall, wo er seine Rente genießen kann. „Er hat sich schon mit Haflingerdame Bella angefreundet und sich gut eingelebt,“ sagt Riedl. Und auch alte Bekannte hat Tobi nun wieder getroffen, er steht jetzt im Nachbarstall seines Kollegen „Cepin“, der 2006 mit dem S-Team des RSV Grimlinghausen in Aachen WM-Gold holte und ebenfalls seinen Ruhestand genießt.

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