Lokalsport : Volle Konzentration

Eigentlich kann den Elephants Grevenbroich am Samstag Abend (18.30 Uhr, neue Dreifachhalle des Comenius-Gymnasiums an der Hansaallee) im Derby der Basketball-Regionalliga gegen das Kellerkind BC 07 (Capone) Düsseldorf-Oberkassel gar nichts passieren. Die Gastgeber sind Vorletzter, haben erst fünf Mal gewonnen.

Im Hinspiel wurden die Elephants beim lockeren 93:69-Sieg kaum gefordert. Außer dem wirklich guten Kemmy Burgess, damals gerade aus den Niederlanden gekommen, hatte die von Brent Wilson trainierte Verlegenheitstruppe wenig zu bieten gehabt. Konstanz war in Oberkassel bislang ein Fremdwort, das Personal kam und ging.

Der bullige Center Colin Oriard, beim ersten Vergleich in Gustorf Anfang November immerhin für acht Punkte und zehn Rebounds gut, hat inzwischen Platz gemacht für den 2,03 Meter großen Chris Lee.

Gemeinsam mit Burgess, der den Elephants im Hinspiel satte 30 Punkte eingeschenkt hatte, legte er zuletzt in Waltrop 52 Zähler auf, die 74:94-Schlappe aber vermochte auch er nicht zu verhindern. Bemerkenswert dabei: Kurz vor der Halbzeitpause lagen die nur zu siebt angereisten Gäste lediglich mit 40:43 hinten. Für Heimo Förster, Coach der Elephants Grevenbroich, die Bestätigung, "dass die mit dem Rücken zur Wand kämpfen.

Die haben nur noch drei Spiele Zeit, den Rückstand auf Rang zwölf aufzuholen". Darum ergeht an seine Schützlinge der Auftrag, hochkonzentriert aufzutreten. Als Negativbeispiel dient ihm dabei der uninspirierte Vortrag am vergangenen Samstag vor heimischem Publikum gegen das bereits abgeschlagene Schlusslicht Meckenheimer TuS (91:67).

Um seine Jungs wieder auf Kurs zu bringen, genügten ihm wenige Worte. Schmunzelnd verrät er: "Wir haben nach dem Spiel nicht mehr viel darüber gesprochen, aber dementsprechend trainiert."

Die härtere Gangart sah er freilich nicht als Strafmaßnahme für die schwache Leistung gegen Meckenheim. "Ich verlange von meinen Spielern einfach, dass sie ihr Potenzial hundertprozentig abrufen. Du musst Teams wie Meckenheim von Anfang an klar machen: Kollegen, für Euch gibt's hier gar nichts zu holen!"

Bei diesem Lernprozess will er das Team unterstützen. "Das ist schließlich meine Aufgabe. Und die Mannschaft ist halt noch sehr jung." In der Tat: Der zurzeit verletzte Center Juppi Grips und Matthias Wojdyla sind mit 28 Jahren schon die älteste Akteure im Kader, danach folgen Kapitän Timo Verwimp und Andre Bynum (beide 26).

Brian Graves, Chris Wooldridge, Peter Krausen, Steffen Methner und Anday Ergen sind gerade mal 22. Und dann kommt die ganz junge Garde mit Andreas Fabian (20) und Bastian Becker (18).

Ein Team mit Perspektive, dem allerdings schon in dieser Saison der große Wurf gelingen könnte. Das Spitzenduo Schwelm (gegen Leverkusen II) und Dortmund (gegen Bochum) müsste nur patzen, dann lägen alle Trümpfe bei den Schloss-Städtern. Förster ist das bewusst: "Es sind noch drei Spiele zu gehen - und die Lage ist ausgezeichnet."

(NGZ)
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