Galopp : Vogel vertritt die Rennvereine

Der Präsident des Neusser Reiter- und Rennvereins Jan Vogel gehört dem neuen fünfköpfigen Präsidium des Galopper-Dachverbandes an. Vorrangige Aufgabe ist die Neuordnung des Glücksspiel-Staatsvertrages, auch die Öffentlichkeitsarbeit will der Verband auf Vordermann bringen.

In der auf fünf Personen verkleinerten Führungsriege des deutschen Galopprennsports ist der Neusser Reiter- und Rennverein durch seinen Präsidenten Jan-Antony Vogel vertreten. Der Jurist ist neben Möbelhändler Manfred Ostermann aus Witten einer der beiden Stellvertreter des für drei Jahre wiedergewählten Präsidenten Albrecht Woeste aus Düsseldorf. Vogel ist Repräsentant aller deutschen Rennvereine, während Ostermann die Besitzer der Pferde vertritt.

Der langjährige Henkel-Aufsichtsratschef Woeste schilderte auf der Jahrespressekonferenz des Dachverbandes gestern in Köln die komplizierten und für die Öffentlichkeit kaum verständlichen Probleme um den Glücksspiel-Staatsvertrag, der Ende des Jahres 2011 ausläuft. Der Pferderennsport ist in diesem Milliardenspiel um Lotto-Erträge und Sportwetten zwar nur eine Randerscheinung, doch von den Entscheidungen der Politiker hängt das Wohl und Wehe auch des Galopprennsports auf der Bahnam Neusser Hessentor wesentlich ab. Woeste formulierte es drastisch: "Wir hoffen darauf, dass die Wette am Totalisator durch neue gesetzliche Regelungen nicht negativ tangiert wird. Alles andere wäre der Tod des deutschen Galopprennsports. Ich schlafe nachts schon nicht mehr. " Wie das alles im Detail geschehen soll, blieb nebelhaft.

Woeste und der neue Chefmanager Andreas Tiedtke reisen heute nach Magdeburg, weil derzeit ein Staatssekretär der Landesregierung von Sachsen-Anhalt dafür zuständig ist. Erschwerend für die Entscheidungsprozesse, die auch für andere Sportverbände von Bedeutung sind, werden die sieben Landtagswahlen 2011 werden, die möglicherweise die politischen Verhältnisse und damit auch die Meinungsbildung schnell verändern können. In Gefahr ist je nach Entscheidung für den Galopprennsport der Status der Absicherung durch das Tierzuchtgesetz in Verbindung mit der für den Rennsport existenziell wichtigen Rückvergütung von Rennwettsteuern. Woeste: "Wir werden kein Risiko eingehen, das uns töten könnte."

Tiedkte berichtete vom Bemühen um eine Nachfolge der erfolgreichen Telewette, die ohne Not von den Rennvereinen aufgegeben wurde. Tiedtke: "Das war ein Fehler. Man hat sich totgespart. Uns fehlt die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Jedes langweilige Spring-und Dressurturnier wird stundenlang übertragen." Für einen neuen Pressechef als Nachfolger des freiwillig seinen Posten räumenden Peter Brauer soll jetzt sogar Geld und ein Maßnahmenetat bereitstehen.

Die verschlankte und mit kürzeren Entscheidungswegen antretende Führungscrew will zudem die neue Dachmarke German Racing stärker in den Vordergrund bringen und darüber auch Sponsoren gewinnen. Eine der Auswirkungen von German Racing war die Durchführung des Wettbetriebes auf der Neusser Rennbahn mit Einsparungen bis zu 50 Prozent gegenüber früheren Zeiten. Ein kleiner Schritt für die großen Pläne.

(NGZ)