Vikings aus Neuss müssen zum Start ins Handball-Jahr improvisieren

Handball : Vikings müssen improvisieren

Das Lazarett des Handball-Drittligisten aus Neuss ist zum Start sehr gut gefüllt.

Mit einer Revanche ins neue Jahr starten – das wäre der ideale Start für die Rhein Vikings. In der 3. Handball-Liga Nord-West muss das Team von Trainer Jörg Bohrmann am Freitagabend (20 Uhr) bei der HSG Bergische Panther in Burscheid antreten. Im Hinspiel Anfang September unterlagen die Neusser mit 28:33.

Bohrmann warnt insbesondere vor der Offensive um die bundesligaerfahrenen Jens-Peter Reinarz und Maximilian Weiß: „Das ist eine bärenstarke Achse und hat uns im Hinspiel große Schwierigkeiten bereitet.“ Das Duo alleine erzielte seinerzeit 13 Treffer. „Wir müssen kompakter stehen“, fordert der Trainer vor dem Wiedersehen. Dabei wird der Übungsleiter zur Improvisation gezwungen sein, denn das Lazarett bei den Vikings ist derzeit gut gefüllt: Bruno Zimmermann muss sich am Donnerstag einer Meniskus-Operation unterziehen und wird daher einige Wochen ausfallen. David Denert ist mit der belgischen Nationalmannschaft unterwegs. Moritz Görgen und Christoph Schlichting sind krank, bei Letzterem habe Bohrmann jedoch noch Hoffnung, dass er bis zum Anwurf fit wird. Zudem ist der Einsatz von Felix Handschke fraglich, der am Dienstag mit dem Training aussetzen musste. „Ohne Handschke und Schlichting hätten wir nur sieben Feldspieler, damit wären wir fast chancenlos“, mutmaßt der Coach.

Nach zuletzt zwei handballfreien Wochen bat Bohrmann sein Team am Montag beim Wiedersehen zu einem Leistungstest. „Der war ordentlich“, schildert der 51-Jährige seine Eindrücke, „jeder sollte sich in der Pause individuell fit halten.“ Am Dienstag stand erstmals wieder der Handball im Mittelpunkt, in Leichlingen stand eine gemeinsame Trainingseinheit und ein spielerischer Vergleich mit dem Ligakonkurrenten des LTV auf dem Programm. Auf die Partie bei den Panthern folgen für die Vikings das Heimspiel gegen Ahlen und anschließend hintereinander die Fahrten nach Aurich und nach Hagen zum TuS Volmetal. Auf dem Papier lösbare Aufgaben für den aktuellen Tabellen-Siebten. „Für uns werden es entscheidende Wochen“, betont Bohrmann, der die Abstiegszone weiterhin im Blick hat. 19:15 Punkte stehen aktuell auf dem Vikings-Konto. Der Trainer liebäugelt mit der 30-Punkte-Marke zum Saisonende, „dann hätten wir ein ausgeglichenes Punktekonto“.

Bei der am Donnerstag startenden Handball-Europameisterschaft sieht Bohrmann für die deutsche Mannschaft gute Chancen: „Ich traue ihr das Halbfinale zu.“ Wichtig sei hierfür jedoch ein gute Leistung im Tor und in der Abwehr, „dann ist viel möglich“. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop sei jedoch „eine Wundertüte“, zumal „viele erfahrene Kräfte fehlen.“