Galopp: Höchster Umsatz im achten Rennen: Vierter Saisonsieg für Steguweit

Galopp: Höchster Umsatz im achten Rennen : Vierter Saisonsieg für Steguweit

Es war das sportliche Duell des Turf-Wochenendes: der 16:10 Favorit Denaro mit Jockey Christian Czachary gegen Adlerflieger mit Norman Richter. Aber der Wettfavorit hat nicht gewonnen, am Ende war der schon im vorigen Jahr sensationell gesteigerte Adlerflieger aus der Zucht des kleinen Gestüts Quellental in Schwelm (Westfalen) mit eineinviertel Längen vor Denaro im Ziel - deutliche 13 Längen zurück wurde Windstürmer erwartungsgemäß Dritter vor Royal Abound.

Championtrainer Andreas Schütz aus Köln hat Adlerflieger schon im vergangenen Jahr zu eigentlich nie erwarteten Leistungen gesteigert - bis hin zum Sieg im Silbernen Band der Ruhr in Mülheim. Der Höchstumsatz an den Wettschaltern wurde erwartungsgemäß im vorletzten Rennen erzielt, 38.153 Euro flossen in der Prüfung "25 Jahre Versicherungsbüro Toni Zimmermann" durch die Kassen. Der Sieg ging nach Bremen, denn der dort vom ehemaligen Hindernis-Klassejockey Stefan Wegner betreute siebenjährige Wallach Bajo mit Pascal van de Keere war im Ziel leicht mit fast vier Längen vor Cliffhanger und Fairy Wind im Ziel.

Für den aus Fährhofer Zucht stammenden Acatenango-Nachkommen Bajo war es die Bestätigung der Dortmunder Sandbahn-Erfolge und auch ein Beweis dafür, dass Pferde durchaus auf dem Sand von Dortmund und Neuss schnell laufen können. Bajo könnte ein ernsthafter Sieganwärter im Sandbahn-Grand-Prix am 3. März in Neuss sein. Von den vier Neusser Pferden kam Queen's Hero aus dem Steinmetz-Stall auf Platz vier am weitesten nach vorn - Alutago trug die rote Laterne in Ziel. Dessen Trainer Hartmut Steguweit konnte sich dennoch freuen, denn sein Schützling Friedensbote mit Peter Braem deklassierte mit 14 Längen seine Gegner im Preis von Albertville und für Steguweit war es bereits der 4. Saisonsieg. Irgendwie erweist sich dieser kürzlich noch von einem leichten Schlaganfall getroffene Trainer immer wieder als Stehaufmännchen - auch wenn es scheinbar überhaupt nicht mehr weiter geht.

Zwei Siege wanderten nach Düsseldorf, denn Trainer Peter Lautner schaffte für die höchst eigenwillige Besitzerfamilie Focke aus Verden an der Aller zwei Treffer mit Patience Lost unter Nachwuchsreiter Denis Wesselmann und mit Red N'Socks unter Jiri Palik. Sandbahn-Renntage ohne Erfolge des Jockey Pascal van de Keere sind kaum vorstellbar, auch am Samstag punktete er mit Twist Power und Bajo zwei Mal. Die reitenden Damen gingen ebenfalls nicht leer aus - Daniela Thomas aus Frankfurt (Main) war im 1. Rennen mit Kalaheo erfolgreich.

Mit 106:10 war dieser Starter an den Wettschaltern krasss unterschätzt. Hauptsächlich, weil er bislang nur auf dem Dortmunder Sand gelaufen war und eine längere Pause hinter sich hatte. Ein Sieg ging nach Belgien, der ehemalige Jockey Eddy Havegheer sattelte Security Council, den Andreas Helfenbein erfolgreich ins Ziel brachte. Und ganz zum Schluss lohnte sich auch noch die Anreise für den gebürtigen Neusser Jockey Torsten Mundry, der Derbysiegreiter von Lavirco saß in seiner Heimat auf dem Sieger Trust the Law.

316.315 Euro flossen in den neun Rennen bei schlechter Witterung durch die Kassen, 111.936,50 Euro davon auf der Bahn, die restlichen 204.378,50 (also 64,61 Prozent) kamen über die auswärtigen Kassen zustande. Die beiden nächsten Renntage finden an den beiden kommenden Sonntagen statt. Jockey Alessandro Schikora wurde von der Rennleitung für vier Wochen gesperrt, bei der Alkoholkontrolle vor einer Woche in Dortmund wurde ein Wert von 0,56 Promille festgestellt. Er hatte beim Saunieren für ein Gewicht von 54 Kilogramm etwas zuviel am Sekt genascht. Torsten Mundry gewann gestern in St. Moritz schon wieder Cyrano. Klaus Göntzsche

(NGZ)
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