Eine ganz besondere Regatta Vor den Augen der Royal Family

Neuss · Bei der Henley Royal Regatta auf der Themse rudern die vier Neusser Benjamin Nelles, Johannes Neubauer, Simeon Falger und Ben Goslich unter die besten Acht.

Im Jackett des Neusser Rudervereins: (v.l.) Benjamin Nelles, Johannes Neubauer, Simeon Falger und Ben Goslich.

Im Jackett des Neusser Rudervereins: (v.l.) Benjamin Nelles, Johannes Neubauer, Simeon Falger und Ben Goslich.

Foto: NRV

Die seit 1839 westlich von London auf der Themse stattfindende Henley Royal Regatta atmet Geschichte. Sie ist älter als alle nationalen oder internationalen Ruderverbände und besitzt sogar ein eigenes Reglement. Die aristokratische Ruderveranstaltung zählt neben der Royal Ascot Rennwoche auf der Pferderennbahn südlich von Windsor und dem Tennisturnier in Wimbledon zum festen Besuchsprogramm der königlichen Familie.

Schon die Teilnahme ist also ein Highlight, der Einzug in die Runde der besten acht Boote ein absoluter Hit. Genau das gelang auf der traditionellen Regatta- und Olympiastrecke von 1908 mit einer Länge von einer Meile und 550 Yards (2,1 Kilometer) in einem international stark besetzten Feld dem mit Schlagmann Benjamin Nelles, Johannes Neubauer, Simeon Falger und Ben Goslich besetzten Männervierer ohne Steuermann des Neusser Rudervereins.

 Die Neusser Ruderer in Aktion auf der Themse: (v.r.) Benjamin Nelles, Johannes Neubauer, Simeon Falger und Ben Goslich.

Die Neusser Ruderer in Aktion auf der Themse: (v.r.) Benjamin Nelles, Johannes Neubauer, Simeon Falger und Ben Goslich.

Foto: NRV

Im Wettbewerb um den Wyford Cup, der traditionell britischen und internationalen Vereinsmannschaften vorbehalten ist, traten 58 Mannschaften aus sieben Nationen an. Von unschätzbarem Vorteil für die Ausdauerathleten aus Neuss war, dass ihnen aufgrund der Vorleistungen bei den Regatten in Ratzeburg und Amsterdam die Qualifikationsrunde erspart blieb und sie somit direkt in die Finals, bei denen im K.o.-System je zwei Teams gegeneinander antreten, der besten 32 Boote einzogen. Zum Auftakt setzten sich die Vier gegen die Crew des UK Armed Forces Rowing Club durch.

Am Tag darauf stellte auch der Seeclub Zürich keine unüberwindliche Hürde dar. Von ganz anderem Kaliber war der dritte Kontrahent: Der Thames Rowing Club, vor zwölf Monaten Zweiter und auch in diesem Jahr wieder im Finale, erwies sich als eine Nummer zu groß. Das Aus im Viertelfinale wusste der als Trainer mitgereiste Peter Stoffels einzuordnen: „Wir sind stark in die Regatta gestartet. Auch im zweiten Rennen haben sich die Jungs besser als im vergangenen Jahr geschlagen. Da war es sehr knapp zugegangen.“

Dass eines der Top-Boote auf der Themse (noch) nicht zu gefährden war, grämte ihn nicht allzu sehr, zumal „einer der Jungs etwas angeschlagen angetreten ist. So kannst du gegen diesen starken Gegner nicht mehr viel ausrichten.“ Ob sie es im nächsten Jahr noch einmal versuchen wollen, ließen die vier Neusser offen: „vielleicht.“ Großen Spaß hatten sie auf jeden Fall an dem geselligen Teil der Veranstaltung, den sie im Jackett des Neusser Rudervereins zu genießen wussten – die sie begleitenden Damen trugen Hut zum Sommerkleid.

Der Sieg im prestigeträchtigen Wyfold Challenge Cup ging schließlich an den Marlow Rowing Club. Im Finale bezwangen die Ruderer aus dem am Südufer der Themse gelegenen Bisham in Berkshire den Thames Rowing Club.