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Kleinenbroich: Vier Pumpen für Kleinenbroich

Kleinenbroich : Vier Pumpen für Kleinenbroich

Jeder im Stadtgebiet ist aufgerufen, sich durch einen finanziellen Beitrag an der Grundwasserlösung zu beteiligen: Dafür kämpfen Martin Rothe und Hans W. Breuer. Sie informierten jetzt im Realschul-Forum vor 350 Bürgern.

Kleinenbroich Gerd Sack und Wolfgang Houben hatten ihren Bürgerbrief schon unterschrieben in der Tasche. "Natürlich sind wir dabei", erklärten sie im Anschluss an eine fast zweistündige Bürgerversammlung im Realschul-Forum. Sie wollen, dass die Brunnengalerie mit vier Pumpen im kommenden Winter überschüssiges Grundwasser abpumpt. "Das Wasser steigt - man kann fast zusehen", fasst Martina Bruns die Gefahr zusammen.

Auch sie hatte den Bürgerbrief unterschrieben mitgebracht. Und nicht nur diese drei Zusagen konnte Theo Verjans mit ins Rathaus nehmen. Von den 350 ratsuchenden Bürgern hielten gut zwei Dutzend die Erklärung bereit, sich an der "Kappung der Grundwasserspitzen" in Kleinenbroich finanziell zu beteiligen.

Ihre Unterschrift wird als Zusage gezählt, über zehn Jahre hinweg das Erftverbands-Modell mit 104,37 Euro pro Jahr zu unterstützen. Die Verträge werden erst im zweiten Schritt abgeschlossen, wenn definitiv feststeht, wie viele Bürger in welchen Ortsteilen mitmachen.

Martin Rothe und Hans W. Breuer wurden dann auch als Initiatoren der Versammlung nicht müde, immer wieder fürs Pumpen zu werben: "Wir sprechen hier über 8,69 Euro pro Monat. Das muss Ihnen doch Ihr Haus, Ihre Gesundheit und Ihre Lebensqualität wert sein."

Während Bürgermeister Heinz Josef Dick das Modell, die laufende Bürgerbefragung und die vier für Kleinenbroich geplanten Brunnenstandorte verständlich erklärte, kamen immer wieder Fragen zum anstehenden Prozedere auf - aber auch zur Vergangenheit. Jürgen Nägeler hörte sich das nicht lange an.

Er, der selbst über zehn Jahre in der Kreis-Grundwasser-Kommission ehrenamtlich mitgewirkt hat, sprach ganz deutlich von einer letzten Chance: "Bitte hören Sie auf, verlieren Sie sich nicht im Detail, das Wasser steht schon unter vielen Bodenplatten. Wir müssen jetzt endlich anfangen." Nägeler nahm mit seinem Appell alle Korschenbroicher in die Pflicht: "Ich habe eine Wanne, und mache auch mit." Jedem müsse klar sein, dass er von dem Erftverbands-Modell auf Dauer profitiere.

Für Kleinenbroich sind mit der Schule Am Hallenbad, dem Buchenweg, der Schule Pestalozzistraße und der Straße am Jüchener Bach vier Brunnenstandorte geplant. Bis April will Bürgermeister Dick das Verfahren abschließen, damit Ausschreibung und Auftragsvergaben durch den Erftverband folgen können. Geplant ist, im Winter 2011/12 erstmals zu pumpen. Neu ist: Die Pumpgenehmigung gilt für zehn Jahre. Gepumpt werden kann das gesamte Jahr über, immer dann, wenn Grundwasserspitzen zu kappen sind.

(NGZ)