Handball: Viele Kandidaten für Ilper-Nachfolge

Handball : Viele Kandidaten für Ilper-Nachfolge

Nach nur zwei Siegen aus elf Spielen hat sich Handball-Zweitligist TV Korschenbroich dazu entschieden, sich von Björn Ilper zu trennen. Der 36-Jährige hatte das Amt erst zu Saisonbeginn übernommen. Die Nachfolge ist offen.

Die kurze Ära von Jörn Ilper als Trainer des Handball-Zweitligisten TV Korschenbroich ist zu Ende. Weil das in Abstimmung mit dem Coach ausgegebene Ziel, aus den vergangenen vier Partien, davon drei in heimischer Waldsporthalle, 6:2 Punkte einzubringen, verfehlt wurde — nach der 26:27-Niederlage am Freitag gegen Leipzig standen nur 3:5 Punkte zu Buche —, fühlte sich die Vereinsführung zum Handeln gezwungen.

"Hierdurch, aber auch aufgrund anderer sich abzeichnender Tendenzen, sehen wir das erklärte Saisonziel, den Klassenerhalt, ausdrücklich in Gefahr", ließ Geschäftsführer Dr. Peter Irmen in einer Presseerklärung verkünden. Im Rahmen dieser von ihm nicht goutierten Entscheidung ("Ich hätte diesen Schnitt nicht gemacht.") hat auch Geschäftsführer Dr. Klaus Hintzen sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Intern, heißt es in der Mitteilung weiter, habe er indes ohnehin bereits vor Monaten angekündigt, zum Jahreswechsel ausscheiden zu wollen.

Wunschkandidat zu teuer

Jörn Ilper war 2007 als Kreisläufer zum TV Korschenbroich gewechselt und hatte dort zu Beginn der laufenden Saison als Nachfolger von Khalid Khan den Trainerposten übernommen. Seine Bilanz nach elf Spielen: nur zwei Siege, 5:17 Punkte und der vorletzte Tabellenplatz. Trotzdem steht für den ehemaligen Erstliga-Profi fest: "Die Mannschaft braucht keinen neuen Trainer, sondern einen neuen Spieler." Sein erklärter Wunschkandidat, der ehemalige Dormagener Maciej Dmytruszynski, sei dem Verein jedoch zu teuer gewesen.

Auch als Aktiver steht Ilper dem TVK nicht mehr zur Verfügung. "Das war eh nur eine aus der Not heraus geboren Maßnahme", so Marketing-Manager Kai Faltin und stellt klar: "Jörn Ilper hatte bei uns keinen Vertrag als Spieler."

Einen Nachfolger kann der Verein noch nicht präsentieren. "Aber wir sollten schon gucken, dass im nächsten Heimspiel am 26. November gegen Friesenheim einer auf der Bank sitzt", sagt Faltin. Für die Partie am Samstag in Bietigheim werde eine interne Lösung angestrebt. Infrage käme der im Besitz der B-Lizenz befindliche Bodo Leckelt, ehemaliger Bundesliga-Spieler und Trainer der TVK-Reserve.

Auf dem Markt wäre neben Khan, der in den Überlegungen der Klubführung aber keine Rolle spielen soll, etwa der nach seinem Abschied vom Bundesligisten DHC Rheinland pausierende Kai Wandschneider. Weitere denkbare Kandidaten: Der zuletzt beim Bundesligisten HSG Ahlen-Hamm tätige Jens Pfänder, der Ex-Düsseldorfer Goran Suton, dessen Sohn Tim in der A-Jugend des TSV Bayer Dormagen spielt, oder der gestern beim Drittligisten OSC Rheinhausen zurückgetretene Achim Schürmann.

(NGZ/rl)