Fußball : Viele Flops, wenig Tops

Die Fußball-Saison 2010/2011 wird aus Kreissicht ganz sicher nicht als ein Glanzlicht in die Geschichte eingehen. Negativer Höhepunkt war der schuldenbedingte Rückzug des VfR 06 Neuss aus der Landesliga.

Für unangenehm viele Klubs aus dem Rhein-Kreis Neuss heißt es nach der am Sonntag abgeschlossenen Punktspielrunde: gut, dass sie vorbei ist. Die Bilanz im überlokalen Vergleich fällt wirklich dürftig aus: Einem Aufsteiger in die Landesliga (VdS Nievenheim) stehen gleich fünf Absteiger in die Kreisliga A (TSV Norf, Polizei SV, SG Orken/Noithausen, FC Delhoven, TuS Hackenbroich) gegenüber. Aus der Landesliga verabschiedeten sich zudem der mal wieder zahlungsunfähige VfR 06 Neuss und auch der 1. FC Grevenbroich-Süd.

Seine Kollegen aus Rommerskirchen feiern dagegen den Aufstieg in die Kreisliga A. Foto: L. Berns

Der Branchenführer Hut ab vor dem SC Kapellen: Obwohl die Personalprobleme des Niederrheinligisten zwischenzeitlich fast schon epidemische Ausmaße annahmen, geriet die junge Truppe von Trainer Markus Anfang nie in akute Abstiegsgefahr und schloss die Saison auf dem 13. Tabellenplatz ab. Auf absehbare Zeit scheint an Rhein und Erft kein Verein in der Lage, dem SCK den Rang abzulaufen. Damit steht freilich auch fest, dass der 447 373 Einwohner starke Rhein-Kreis Neuss (Stand: 31. März 2011) fußballtechnisch sechstklassig ist.

Der SC Kapellen trotzte allen Widerständen. Foto: L. Berns

Der Gewinner Nach drei vergeblichen Anläufen ist der VdS Nievenheim endlich zurück in der Landesliga, die er in der Saison 2002/2003 als Tabellenletzter mit nur 15 Punkten und einem Torverhältnis von 35:102 nach nur einer Spielzeit hatte verlassen müssen. Maßgeblichen Anteil daran hatten in Marc Schüttler, Timo Brandes, Dean Puseljic und Kai Pelzer vier ehemalige Kicker des finanziell klammen VfR 06 Neuss. Mit einem Sieg am Donnerstag im Kreispokal-Endspiel gegen Kapellen (16 Uhr, Schloss-Stadion in Grevenbroich) könnte das erfahrene Team von Trainer Varol Besikoglu sogar das Double einbringen.

Der Verlierer Der VfR Neuss war schon mit einem nur bedingt Landesliga tauglichen Kader in die Saison gestartet. Als der Schuldenberg auf mehr als 130 000 Euro angewachsen war, zog Präsident Reinhard Wendt die Reißleine und beantragte die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Nach dem Rückzug der ersten Mannschaft aus dem Spielbetrieb laufen inzwischen die Planungen für die Bezirksliga. Bislang haben die Grün-Weißen allerdings weder einen Trainer noch eine Mannschaft präsentiert — und ihr gewohntes Domizil an der Hammer Landstraße müssen sie über kurz oder lang auch räumen.

Die Tapferen Der Polizei SV III holte als abgeschlagenes Schlusslicht der Kreisliga B, Gruppe 1, in 30 sieglosen Spielen nur drei Punkte und kassierte 194 Tore. Trotzdem stellte sich das Häuflein der Aufrechten um Thomas Wilms bis zum bitteren Ende der Konkurrenz. Vorbildlich!

Der Rückkehrer Schier unendlich lange 19 Jahre nach dem Abstieg in der Saison 1991/92 unter Spielertrainer Jakob Welter ist die SG Rommerskirchen/Gilbach zurück in der Kreisliga A. Vor der Fusion mit dem TuS Gilbach 1989 hatte der Verein als SV Rommerskirchen sogar insgesamt sechs Jahre in der Bezirksliga verbracht.

(NGZ)