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Fußball: VfR-Präsident Wendt: "Ich bin stocksauer"

Fußball : VfR-Präsident Wendt: "Ich bin stocksauer"

Noch am Montag hatten sich die Verantwortlichen des Fußball-Bezirksligisten VfR Neuss gegenüber der NGZ zuversichtlich gezeigt, dass sie nach der neuerlichen Rettung vor der Insolvenz auch die sportliche Talfahrt stoppen könnten.

Doch schon am Donnerstag beim vorgezogenen Spiel in Jüchen folgte ein weiterer Tiefschlag: Die Mannschaft um Trainer Ari Lachanas entschied sich, das Spiel beim VfL Jüchen-Garzweiler beim Halbzeitstand von 0:10 nicht weiter fortzusetzen (die NGZ berichtete).

"Wir hatten einfach nicht mehr genug Spieler. Und mit sieben, acht Mann hätte es keinen Sinn mehr gehabt, sich abschlachten zu lassen", sagte Lachanas gestern. Er hatte Schiedsrichter Benjamin Schwandner in der Pause mitgeteilt, dass seine Mannschaft aufgrund diverser Verletzungen nicht mehr spielfähig sei. Der Unparteiische brach die Partie daraufhin ab, sie wird mit 10:0 für Jüchen gewertet.

Bei den Zuschauern taten sich jedoch Zweifel daran auf, ob der VfR tatsächlich aus Verletzungsgründen aufgab. Neuss musste zwar in der ersten Hälfte Michael Cherchi und Meriton Luzha auswechseln, der Rest des Teams wirkte zum bis Pausenpfiff aber durchaus spielfähig. In der Pause kam es zu einem lautstarken Streit zwischen Neusser Spielern und Lachanas, der selbst zugab, dass "die Moral weg ist".

VfR-Präsident Reinhard Josef Wendt machte sich aus privaten Gründen später auf den Weg nach Jüchen, er kam erst auf die Anlage, als die Partie schon abgebrochen war. "Ich bin natürlich stocksauer, so etwas geht gar nicht und schadet dem Ruf des VfR. Außerdem ist es auch nicht fair gegenüber dem Gegner und den Zuschauern", ließ Wendt gestern wissen. Vorschnelle Konsequenzen will er aber nicht ziehen.

Freitag wollte er noch den Trainer besuchen, am Dienstag sollen Gespräche mit seinen Vorstandskollegen und dem Mannschaftsrat folgen. "Dann werden wir eine klare Marschroute festlegen. Und ich werde genau beobachten, wie das nächste Spiel gegen Neuwerk läuft", meinte Wendt.

Er hofft, dass der Vorfall eine reinigende Wirkung haben könnte, also nur die Spieler übrig bleiben, denen wirklich etwas am VfR liegt. Aber auch die Hoffnung auf neue Spieler hat er nicht aufgegeben, ebenso kann er sich auch vorstellen, einen neuen Trainer zu präsentieren. Nur die Brocken hinschmeißen, das will er auf keinen Fall.

Wenigstens droht dem VfR von offizieller Seite vorerst kein Ungemach, wie Thomas Klingen, Spielleiter der Bezirksliga, Gruppe 4, betont: "Wenn eine Mannschaft nicht mehr spielfähig ist, muss der Schiedsrichter das Spiel abbrechen.

Es droht in diesem Fall keine Strafe." Dass eine Mannschaft absichtlich abbricht, um nicht noch höher zu verlieren, sei bisher nie vorgekommen. "Da vertrauen wir auf den Sportsgeist. Dennoch ist es eine rechtliche Grauzone", gibt Klingen zu.

(NGZ)