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Verständnis für längere Saisonpause von Trainern aus dem Fußballkreis Grevenbroich/Neuss

Fußball : Viel Verständnis für längere Saisonpause

Die Entscheidung des Fußballverbandes Niederrhein ist für viele gut nachvollziehbar. Trainer aus dem Rhein-Kreis Neuss sorgen sich aber darum, wie es nach dem für Ende Januar angekündigten Neustart der Spielzeit weitergeht.

Dass der Fußballverband Niederrhein (FVN) am Donnerstag die zunächst bis Ende November geplante Saisonpause mindestens bis zum Wochenende 23./24. Januar verlängert hat, hat unter den heimischen Amateurfußballern keine Schockwelle ausgelöst. Im Gegenteil, viele hatten damit gerechnet. Wie zum Beispiel Jörg Ferber, Trainer des Landesligisten SC Kapellen.

„Das überrascht mich nicht. Schließlich brauchen wir eine Vorbereitung, da hätte es nichts gebracht, im Dezember wieder zu beginnen“, sagt der SCK-Coach. Sorgen bereitet ihm, dass es letztlich darauf hinauslaufen könnte, dass nur die Hinrunde gespielt wird. Zum einen wäre das ein Nachteil für die Kapellener, weil sie wegen der Renovierung ihres Klubheims bislang nur auswärts antreten konnten. Der Vorteil der zahlreichen Heimspiele in der zweiten Saisonhälfte wäre dann weg. Hinzu kommt, dass sein Team mit nur sieben Punkten schlecht aus den Startlöchern gekommen ist und bei einer verkürzten Saison die Gefahr bestehen könnte, in den Abstiegsstrudel zu geraten. „Deswegen werden wir auch bestimmt keine so lange Trainingspause machen. Wir müssen voll im Saft bleiben“, betont Ferber, der zusammen mit Team-Physiotherapeut René Richter ein Trainingsprogramm mit Hilfe von Videokonferenzen ausgearbeitet hat. 

Davon ist Kollege Norbert Müller vom Ligakonkurrenten Teutonia Kleinenbroich nicht unbedingt ein Freund. Er hat seinen Schützlingen mit Beginn der Pause Hausaufgaben mitgegeben. Zwei- bis dreimal pro Woche sollen die Spieler ihr Programm absolvieren, damit sie bei einem Neustart nicht so viel nachzuholen haben. „Das läuft bei uns auf Vertrauensbasis“, sagt Müller, der gleichwohl hofft, dass möglichst bald die Sportplätze zumindest wieder für Trainingseinheiten zur Verfügung stehen. Für ihn wäre es wichtig, ein- bis zweimal die Woche mit seiner Mannschaft zu arbeiten, „um die Jungs bei Laune zu halten“. Doch angesichts der aktuellen Entwicklungen rund um die in der Corona-Pandemie steigenden Infektionszahlen rechnet er nicht damit. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen kann ich auch die Entscheidung des FVN sehr gut nachvollziehen“, sagt Müller. 

Das sieht auch Stefan Pennarz, Trainer des Bezirksligisten DJK Gnadental, so. „Das ist grundsätzlich richtig. Wenn man den Betrieb in vielen Firmen runterfährt, kann man uns Fußballer schlecht auf die Plätze lassen. Das ist schwer zu vermitteln“, erklärt Pennarz. Er kann etwas gelassener in die Zukunft schauen als zum Beispiel Kollege Jörg Ferber vom SC Kapellen, weil Gnadental einen starken Start erwischt hat. „Ich glaube kaum, dass die Saison vernünftig bis zum Ende gespielt wird. Ich befürchte, es geht erst im Februar weiter. Und wenn dann nur die Hälfte aller Partien gespielt werden, könnten schlecht gestartete Teams in die Bredouille kommen“, meint Pennarz.

Trainer Daniel Köthe vom A-Ligisten VdS Nievenheim hat auch großes Verständnis für die Entscheidung des FVN, wünscht sich aber, dass möglichst schnell für Klarheit gesorgt wird, wie die Saison zu Ende geht. „Ich kann mir vorstellen, dass nur eine Halbserie gespielt wird“, sagt Köthe und fragt: „Wie soll das anders gehen?“ Die Kreisliga A ist besonders betroffen, denn bei 19 Mannschaften gibt es mehr Spieltage als in anderen Spielklassen.