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Jüchen: Verein unter Spardruck: Kürzere Schwimmzeiten

Jüchen : Verein unter Spardruck: Kürzere Schwimmzeiten

Nachdem die Verwaltung das Geld für den TV Jüchen und die DLRG Hochneukirch gekürzt hat, müssen die Betreiber der Bäder sparen.

Auf den Turnverein (TV) Jüchen, der das Hallenbad an der Stadionstraße betreibt, kommen harte Zeiten zu. Davon ist Ralf Segschneider, Geschäftsführer und Schwimmwart, überzeugt. Was dem Jüchener Sorge bereitet: Der im Januar geschlossene Vertrag mit der Gemeindeverwaltung. Er bedeutet für den Verein weniger Geld in der Kasse. "Wir müssen jetzt an der Sparschraube drehen", sagt Ralf Segschneider. Eine Entscheidung über die weitere Zukunft steht für Segschneider nach den Sommerferien an: "Dann werden wir Bilanz ziehen. Und bei einem Minus werden wir aufhören."

Der TV Jüchen kümmert sich um die Schwimmstätte an der Stadionstraße. Der Verein übernimmt etwa Pflege- und Reparaturarbeiten sowie die Reinigung. Die neuen Verträge brachten ihm ein Viertel weniger an Einnahmen. Bereits im Jahr 2012 hatte die Vereinskasse größere Verluste für das Hallenbad zu verzeichnen.

Und Ralf Segschneider ist wenig optimistisch, dass sich an der Finanznot etwas ändert. Denn ab 1. Juli müssen alle Sportvereine auch Hallenbelegungsgebühren zahlen. Dies steht in Zusammenhang mit den Plänen der Verwaltung, die Sportstätten als "Betriebe gewerblicher Art (BgA)" zu betreiben. So sollen Steuern gespart werden.

"Aktuell keine Probleme für die DLRG Hochneukirch" sieht deren Geschäftsführer Harald Zillikens. Die Rettungsschwimmer betreiben die Schwimmstätte an der Gartenstraße. Als Bürgermeister hat er die finanzielle Unterstützung für die Hochneukircher Schwimmer kürzen müssen, als Vereins-Geschäftsführer weiß er, dass diese Kürzung "für den Verein schwer" ist. Anders als das Jüchener Hallenbad sei die Schwimmstätte an der Gartenstraße weniger attraktiv für Besucher: "Wir können weniger Einnahmen durch öffentliches Schwimmen erzielen, nehmen nur etwa 15 Prozent dessen ein, was der TV bekommt", sagt Zillikens. Ein Grund sei die deutlich kleinere Wasserfläche.

Was die DLRG bisher vor finanziellen Problemen bewahrt habe: eine große Zahl von 650 Mitgliedern und damit konstante Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. "Außerdem werden viele Kosten über Spenden gedeckt", sagt der DLRG-Geschäftsführer.

Für Ralf Segschneider sind die Sparmöglichkeiten erschöpft: "Allein die speziellen Reinigungsmittel, die wir brauchen, kosten einige tausend Euro im Jahr." Auch beim Reinigungspersonal sieht er keine weiteren Einsparmöglichkeiten. Um Kosten zu senken, habe man die Zeiten für das öffentliche Schwimmen reduziert: Geöffnet werde eine halbe Stunde später, geschlossen eine halbe Stunde früher als bisher. So spare man pro Tag eine Stunde Arbeitszeit. "Dafür haben wir uns die wenig frequentierten Zeiten ausgesucht", erläutert der Geschäftsführer. Generell müsse er jetzt auf Optimierungsbedarf achten: "30 Euro in zwei Stunden einnahmen – das können wir uns nicht mehr leisten."

(NGZ)