Lokalderby: Vater Breuer wünscht sich ein Remis

Lokalderby : Vater Breuer wünscht sich ein Remis

Seit 28 Jahren und drei Monaten sind David und Simon Breuer Brüder. Seit zwei Jahrzehnten spielen sie Handball. Am Samstag, im Zweitliga-Lokalduell zwischen dem TV Korschenbroich und DHC Rheinland, stehen sich die gebürtigen Aachener erstmals in einem Pflichtspiel gegenüber.

Glaubt man Simon Breuer, scheint das das Normalste von der Welt zu sein: "Dass sich Geschwister duellieren, kommt doch häufiger vor. Wir sind das von Klein auf gewöhnt", meint der jüngere der Breuer-Brüder, der seit 2007 auf der Mittelposition des TV Korschenbroich Regie führt.

Führt im Rückraum des TV Korschenbroich Regie: Simon Breuer. Foto: H. Zaunbrecher

So viel Gelassenheit strahlt David, genau 19 Monate und drei Tage älter als sein Bruder, nicht aus. Kein Wunder, denn für den Linkshänder ist die Partie am Samstag noch aus anderem Blickwinkel eine besondere. Schließlich trug er vier Spielzeiten den Dress des gastgebenden TVK, der sich am Ende der vergangenen Saison aus Etatzwängen die Dienste des Top-Torjägers der Zweiten Liga Süd nicht mehr leisten konnte. "Ich hatte tolle Jahre in Korschenbroich", sagt "Dave", "aber ich habe mich auch davor in Dormagen sehr wohlgefühlt. Deshalb bin ich ja auch zurückgegangen." Beim DHC Rheinland kommt ihm eine wichtige Rolle zu, denn mit seinen 29 Jahren ist er nach Michiel Lochtenbergh der älteste im Team. "Ich sehe das als tolle Herausforderung, mit einer komplett neu zusammengestellten Mannschaft zu arbeiten", sagt David Breuer, "in einigen Bereichen klappt das schon ganz gut, in anderen noch nicht so." Deshalb sieht er die Gäste auch nicht als Favorit an: "Derbys sind immer packende Duelle. Und die Sache mit meinem Bruder motiviert zusätzlich." Auch da ist Simon anderer Ansicht: Er will den Bruderkampf "in den 60 Minuten am Samstag total ausblenden. Für uns geht es darum, das Spiel zu gewinnen — da ist es egal, ob auf der anderen Seite mein Bruder spielt."

Fraglich, ob Karl-Werner "Kalle" Breuer am Samstag auch so viel Gelassenheit an den Tag legt. Von Amts wegen müsste der Vater der Zweitliga-Brüder eigentlich dem DHC Rheinland die Daumen drücken. Denn er ist Jungenwart des Handball-Verbandes Mittelrhein — und dem gehören die Dormagener an. Doch im Handball-verrückten Umfeld der Breuers scheint man sich für den goldenen Mittelweg entschieden zu haben: "Familie und Freunde wünschen sich, dass es Unentschieden ausgeht", sagt David Breuer. Und Simon ergänzt: "Mein Vater wünscht sich ein Unentschieden. Aber egal wie, zwei Punkte gewinnt er auf jeden Fall."

(NGZ)
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