Korschenbroich: Urlaubsflüge ab Mönchengladbach

Korschenbroich : Urlaubsflüge ab Mönchengladbach

Eine neue Fluglinie hat sich am Verkehrslandeplatz Mönchengladbach niedergelassen: Sie will Urlauber ab 10. September auf die Nordsee-Inseln fliegen. Bürgermeister Dick will die Entwicklung beobachten. Deutlicher wird Airpeace-Vorstand Houben: Er spricht von einer "Schnappsidee".

Über Jahre hinweg haben die Korschenbroicher Bürger gegen die Ausbaupläne der Landebahn am Mönchengladbacher Flugplatz gekämpft. Mit Erfolg. Seither haben die engagierten Vertreter von Airpeace jede Veränderung auf den Platz im angrenzenden Neuwerk im Blick. Aber auch im Korschenbroicher Rathaus werden Veränderungen registriert.

"Wir werden die Entwicklung beobachten", sagte Bürgermeister Heinz Josef Dick auf Anfrage. Dabei fiel seine Prognose für die neue Airline eher dürftig aus: "Ich bin skeptisch, ob die Geschäftsidee Erfolg haben wird. Bisher hat die Vergangenheit gezeigt, dass Mönchengladbach nicht angenommen wird."

Doch genau das scheint die drei Gesellschafter von City Flight Germany mit Firmensitz in Neuss nicht zu schrecken. Sie haben sich für eine Nische entschieden. "Wir wollen mit unseren sechs- und zehnsitzigen Geschäftsreiseflugzeugen Urlauber schnell und günstig auf die Nordsee-Inseln Borkum, Norderney und Texel fliegen", sagt Mitgesellschafter Claus Döbber (56).

Los geht's am 10. September. "Die ersten Plätze sind bereits fest eingebucht", spricht Döbber den Ticket-Verkauf an. Die Flüge auf die Inseln sind zunächst bis zum 5. November geplant. "Dann wird die Nachfrage entscheiden, ob wir den Winter durchfliegen oder bis zum Frühjahr pausieren."

Jahreszeitunabhängig wendet sich die Fluglinie an Geschäftskunden: "Den in der Region ansässigen Gewerbe- und Industriekunden wird künftig eine schnelle und individuelle Möglichkeit eröffnet, Geschäftstermine in Zentraleuropa auf dem Luftweg mit geringem Zeitaufwand und bei vergleichsweise geringen Kosten wahrzunehmen."

Für Döbber ist die Geschäftsidee ausgereift, schließlich dauerte der Vorlauf bis zur Betriebsgenehmigung durch das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig zwei Jahre. "Wir verstehen uns als Lufttaxi und nicht als Konkurrenz zu anderen Fluglinien."

Seinen Optimismus teilt Martin Rothe als Vorsitzender von Airpeace nicht. Der Kleinenbroicher erinnerte an die vielen Fehlversuche verschiedener Anbieter und meint: "Auch wenn die Fluglärmkommission jetzt von der Bezirksregierung aufgelöst wurde, können wir das neue Angebot ganz entspannt beobachten." Claus Döbber sieht für die Korschenbroicher Bürger keinen Grund zur Sorge: "Bislang gibt es bereits 250 Flugzeuge am Platz, wir werden mit unseren Maschinen den Lärmpegel nicht steigern."

Wolfgang Houben (62), sechs Jahre Vorsitzender der Fluglärmkommission MG, spricht von einer Schnapsidee. "Ich kann kein Potenzial erkennen, schon gar nicht, wenn man mit Urlaubsflügen auf Nordsee-Inseln in der zweiten September-Woche startet. Und weiter sagt Wolfgang Houben: "Wir haben lange genug gegen den Ausbau der Landebahn gewettert. Gladbach ist ein Verkehrslandeplatz, und das soll auch so bleiben."

(NGZ)
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