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Unwetter: Aber Neusser Sommernachtslauf ist sturmerprobt

Leichtathletik : Sommernachtslauf ist sturmerprobt

Trotz amtlicher Unwetterwarnungen für NRW sind bei der Turngemeinde mehr als 3600 Voranmeldungen für das Laufspektakel in der Neusser Innenstadt eingegangen. Das sportliche Programm beginnt am Samstag um 16 Uhr.

Der Neusser Sommernachtslaufs hat in seiner seit 1983 fortgeschriebenen Geschichte schon so manchen Sturm überstanden – und das im wahrsten Sinne des Wortes: 2006 etwa musste das familientaugliche Spektakel wegen der Fußball-WM in Deutschland um drei Wochen vorgezogen werden, mit dem Effekt, dass auf dem Markt und der übrigen Strecke in der City statt eines lauen Sommerlüftchens Sturmböen wehten und Regenschauer niederprasselten. Starten oder absagen – das war damals tatsächlich ein Frage von Sekunden.

Im Jahr davor war die Stimmung am Anfang und ganz am Ende im damals noch zum Programm gehörenden „Lauf der Asse“ durch heftige Regenschauer getrübt worden. Mario Meyen brachte das Dilemma dieses ersten Laufes unter seiner Regie als Vorsitzender der Turngemeinde treffend auf den Punkt: „Die Faktoren, die wir beeinflussen konnten, sind phantastisch abgelaufen. Bei den anderen haben wir still gelitten und geduldet.“

Eine Absage? Undenkbar! Auch 2011 stand der Lauf wetterbedingt auf der Kippe. „Besser unterbrechen statt abbrechen“, war damals die Lösung. Erst 2014 machten die Nachwirkungen des Jahrhundertsturms „Ela“ der 32. Auflage den Garaus, weil die Sicherheit entlang der Strecke nicht garantiert werden konnte. Auch gegen die mit der Corona-Pandemie verbundenen Lockdowns 2020 und 2021 war die Turngemeinde machtlos.

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Obwohl dies einen klaren Verstoß gegen Artikel 3 des Rheinischen Grundgesetzes („Et hätt noch emmer joot jejange.“) darstellte, blieb Klaus Ehren am Tag vor der Veranstaltung gelassen. Der in jeder Beziehung sturmerprobte Geschäftsführer der TG Neuss teilte auf Nachfrage der NGZ am frühen Nachmittag nüchtern mit: „Wenn das Unwetter abgezogen ist, entscheiden wir nach einem Rundgang gemeinsam mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Grünflächenamt, was zu tun ist.“ Droht keine Gefahr für Zuschauer und Aktive, beginnt am Samstag um 10 Uhr der Aufbau.

Nach der langen Zwangspause haben die Menschen im Rhein-Kreis auf jeden Fall Lust auf den Sommernachtslauf. „Uns liegen rund 3600 Voranmeldungen vor“, sagt Ehren. Vor drei Jahren, also bei der 37. Auflage, hatten am Ende genau 3226 Läufer und Läuferinnen das Ziel vor dem Drusushof am Hamtor erreicht. Und den sportlichen Abend dabei so ganz nebenbei mit (oft kleinen, aber feinen) Geschichten gefüllt.

Eine neue geht so: Wohltuend zurückhaltend und stets charmant hatte Thomas Kempen den Sommernachtslauf über viele Jahre hinweg, schließlich an der Seite von André Scheidt, Stadionsprecher des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, mit seiner locker-leichten Moderation erst richtig rundgemacht. Am Samstag ist der Leiter Konzernkommunikation bei der RheinLand Versicherungsgruppe nicht am Mikrofon, aber trotzdem präsent. Er hat nämlich wie seine Frau Barbara für den Jedermann-Lauf über fünf Kilometer gemeldet.

Über zehn Kilometer will Landtagsabgeordneter Jörg Geerlings an den Start gehen, an der Seite seiner Frau Marie-Florence. Allerdings mit wahrscheinlich deutlich weniger Ambitionen als Guesch Hagos (TG Neuss), der erst Freitag vor einer Woche in 35:54 Minuten Platz drei beim Comeback des Rosellener Abendlaufs belegt hatte. Ebenfalls stets für eine Top-Platzierung gut ist sein Vereinskollege Matthias Rück. Diesmal die 5000 Meter in Angriff nimmt die junge Flora Feuring aus Glehn im Trikot der TG Neuss. In Rosellen hatte sie in 43:15 Minuten das Rennen über zehn Kilometer gewonnen. Im Übrigen vor Claudia Schmitz (LAZ Mönchengladbach), die in Neuss über 10.000 Meter um einen Platz auf dem Treppchen läuft.

Die Ringerstiefel mit den Laufschuhen vertauscht Anatolij Efremov vom KSK Konkordia Neuss.