Sven Teutenberg fährt für die SG Kaarst nach Athen: Unverhofft kommt oft

Sven Teutenberg fährt für die SG Kaarst nach Athen : Unverhofft kommt oft

Dass Sven Teutenberg Radfahren kann, weiß man spätestens seit den Straßen-Weltmeisterschaften 2002 im belgischen Zolder, als der gebürtige Mettmanner, der beim VfR Büttgen das Radsport-Einmaleins erlernte, Achter wurde. Kann er in Athen seinen Medaillentraum im Zweier-Mannschaftsfahren verwirklichen, dann dürfte Sven Teutenberg ein noch gefragterer Interviewpartner werden. NGZ-Foto: -woi -->

Dass Sven Teutenberg Radfahren kann, weiß man spätestens seit den Straßen-Weltmeisterschaften 2002 im belgischen Zolder, als der gebürtige Mettmanner, der beim VfR Büttgen das Radsport-Einmaleins erlernte, Achter wurde. Kann er in Athen seinen Medaillentraum im Zweier-Mannschaftsfahren verwirklichen, dann dürfte Sven Teutenberg ein noch gefragterer Interviewpartner werden. NGZ-Foto: -woi -->

Ein Jahr zuvor durfte er sogar die Tour de France mitfahren, belegte in der Punktwertung der besten Sprinter im Kampf um den Grüne Trikot Platz fünf. "Allein, dass man nach drei Wochen vor so einem Publikum in Paris einfährt, das ist das Größte", sagt der mittlerweile 31-Jährige noch heute. Jetzt bekommt Sven Teutenberg Gelegenheit, das "Größte" vielleicht noch um eine Nuance aufzustocken: Wenn ab 13. August in Athen das olympische Feuer brennt, ist er im Team des Bundes Deutscher Radfahrer dabei.

Als zweites Familienmitglied startet Sven Teutenberg im Zeichen der fünf Ringe, denn Schwester Ina-Yoko war vor vier Jahren in Sydney dabei. Im Straßenwettbewerb,den sie wegen eines Defektes allerdings nicht beendete. Auf der Straße hätte man auch ihrer Bruder eigentlich erwartet. Stattdessen startet Sven zusammen mit Guido Fulst, in Sydney an der Seite von Olaf Pollack Sechster in diesem Wettbewerb, im Zweier-Mannschaftsfahren auf der Bahn.

"Es gibt auch noch eine Option aufs Punktefahren, aber ob es da mit der Startberechtigung klappt, weiß ich noch nicht", sagt Teutenberg. Der seine Nominierung durch den Bund Deutscher Radfahrer indes nicht als "Überraschung" bewerten will: "Nachdem ich bei allen Weltcup-Rennen und der WM dabei war, hatte ich schon damit gerechnet." Unverhofft kommt der Teutenbergsche Sprung ins Bahnteam dennoch. Schließlich hatte Sven im Oktober vergangenen Jahres erstmals nach fast neunjähriger Pause ein Bahnrennen bestritten - bei der vonOlympiasieger Udo Hempel organisierten Six-Day -Night im Büttgener Sportforum. An der Seite seines Bruders Lars reichte es nur zu Rang fünf.

Doch bei den anschließenden Sechs -Tage-Rennen kam Sven Teutenberg immer besser auf den Brettern, die die Radsportwelt bedeuten, zurecht: "Als ich dann keinen Profi-Vertrag bei einem Team bekam, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und mich ganz auf die Bahn konzentriert", sagt Teutenberg, der im Vorjahr noch für das Team Bianchi in die Pedale trat. Mit Erfolg, wie die Nominierung für Athen zeigt. Dort möchte der ehrgeizige Athlet eine Medaille holen. "Sich ein solches Ziel zu setzen ist die Grundvoraussetzung, sonst kann man sich nicht darauf vorbereiten", sagt Teutenberg.

Dank seiner Nominierung kommt der Rhein-Kreis Neuss unverhofft zu einem zweiten Olympiateilnehmer in Athen. Denn seit Anfang des Jahres startet Sven Teutenberg für die noch recht junge Radsportabteilung der SG Kaarst. Die Verbindung lag nahe, schließlich ist sein Vater Horst dort als Abteilungsleiter und Trainer tätig, schließlich sponsort Sven mit seinem Fahrradladen "La Bici" in Oberkassel das Juniorenteam der SG. Wobei er sich nicht nur als Sponsor sieht: "Ich hab' so eine Art Patronat für das Team unternommen, manchmal trainieren wir auch zusammen.

Und da ich eine Vereinslizenz brauchte, weil ich ja für keinen Rennstall fahre, lag die SG Kaarst nahe." Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt, und vor die Rennen in Athen noch etliche Kilometer auf Bahn und Straße, in Training wie Wettkampf. Am Montag startet Sven Teutenberg mit dem gesamten BDR-Bahnteam bei der Sachsen-Rundfahrt, die Straßenrennen in Duisburg und Rhede stehen ebenfalls auf seinem Programm.

Gerne würde er auch wieder bei der "Tour de Neuss" am 28. Juli fahren, wo er sich im Vorjahr im Spurt auf der Kaiser-Friedrich-Straße nur hauchdünn gegen Erik Zabel geschlagen geben musste.: "Aber ich habe noch keine Zusage des Veranstalters." Die Neusser Pläne, eine Etappe der Tour de France in die Quirinusstadt zu holen (die NGZ berichtete ), hält Sven Teutenberg im Übrigen für eine "hervorragende Idee. Aber das muss man langfristig planen und die richtigen Kontakte , am besten in Kooperation mit anderen Städten in der Region. Schließlich muss die Tour von Neuss aus ja irgendwie wieder den Weg nach Frankreich zurückfinden." Finanziell, davon ist der Radprofi und Geschäftsmann überzeugt, zahle sich ein solches Vorhaben in jedem Fall aus: "Die Gelder, die man dafür ausgibt, bekommt man alle wieder 'rein." Von Volker Koch

(NGZ)