Jüchen : Unterstützung für Tamilen

Helfen nicht nur im Advent: Das will Hildegard Kux aus Hochneukirch. Sie kümmert sich um tamilische Flüchtlinge, engagiert sich für den Austausch zwischen Religionen. Dafür erhielt sie einen Integrationspreis des Kreises.

Flüchtlings- und Integrationsarbeit ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken – seit 26 Jahren engagiert die Hochneukirchnerin Hildegard Kux (63) sich für tamilische Migranten. "Im August 1984 kamen die ersten Flüchtlinge aus Sri Lanka. Weil sie jemanden suchten, der Englisch sprach und ihnen im Alltag half, wendeten sie sich an den Pfarrer – und der sprach mich an", beschreibt Hildegard Kux die Entstehung des Tamilisch-Deutschen Freundeskreises. Sie organisierte Treffen, suchte und fand Partnerfamilien, die den Flüchtlingen bei Sprach- und Alltagsproblemen zur Seite standen.

Anfang der 90er Jahre absolvierte die gelernte Bankkauffrau ein Fernstudium und wurde ausgebildete Flüchtlingsberaterin. "Ich lernte die juristischen und psychologischen Hintergründe und konnte auch kreativ Perspektiven für die Tamilen entwickeln." Kux begleitete ihre Schützlinge bei der Wohnungssuche, half bei der Möbelbeschaffung, beim Erlernen der deutschen Sprache und bei Fragen um das Aufenthaltsrecht. "Natürlich haben wir auch gemeinsame Feste gefeiert, wann immer es möglich war", sagt sie. Mittlerweile wohnen rund 150 Tamilen in der Gemeinde Jüchen, die Familie Kux gut kennen. "Mein Mann Peter und meine drei Kinder haben immer geholfen und die Arbeit unterstützt", sagt sie, "sie sind interkulturell aufgewachsen."

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Für den Integrationspreis, den der Rhein-Kreis Neuss erstmals ausgeschrieben hat, wollte sich die bescheidene Ehrenamtlerin zunächst gar nicht bewerben. "Aber ich bin sehr stolz auf den dritten Platz. Damit hat der Kreis ein Signal gesetzt, jetzt kann so vieles noch getan werden." Weil ihr die Tamilen ans Herz gewachsen sind, möchte sie noch helfen, solange sie kann. "Ich habe gesehen, wie viele Kinder keine Zukunftsperspektive haben. Jetzt bin ich stolz, wenn ich heute sehe, was sie erreicht haben." Außerdem sei sie fasziniert von der tamilischen Kultur und sehe den Austausch als große Bereicherung.

Dennoch widmet Kux sich hingebungsvoll auch ihrem zweiten Projekt, dem interreligiösen Gesprächskreis, den sie 1994 ins Leben gerufen hat und immer noch leitet. "Christen, Muslime, Hindus oder auch Buddhisten treffen sich mehrere Male im Jahr, um einen bestimmten Themenkreis zu erarbeiten." Nach dem Judentum und dem Islam sei es in diesem Jahr der Hinduismus gewesen. "Wir sind neugierig auf andere Kulturen und Religionen und beschäftigen uns mit Inhalten, machen aber auch Exkursionen in Gotteshäuser."

Entspannung von ihrem Engagement findet Hildegard Kux beim Spielen ihrer Blockflöte. "Am liebsten mag ich Stücke von Bach."

(NGZ)