CDU-Ratsfraktion kritisiert das Luftverkehrskonzept: "Uns kommt der Mensch zu kurz"

CDU-Ratsfraktion kritisiert das Luftverkehrskonzept : "Uns kommt der Mensch zu kurz"

Das von der CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf veröffentlichte Luftverkehrskonzept - und darin unter anderem die den Flughafen Mönchengladbach betreffenden Punkte - stößt bei den Parteikollegen in Korschenbroich keineswegs auf Zustimmung. Dies wird in einem Schreiben deutlich, mit dem sich die CDU-Ratsfraktion jetzt an den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Jürgen Rüttgers, wandte.

"Die Luftverkehrspolitik des Landes muss offensiv die wirtschaftlichen Chancen nutzen, die sich aus den Wachstumsraten der internationalen Luftfahrt ergeben", heißt es in dem Luftverkehrskonzept der CDU-Landtagsfraktion.

Sie will die Voraussetzungen dafür schaffen, und dabei wird auch - allerdings nur in Zusammenhang mit dem Düsseldorfer Airport - der Flughafen Mönchengladbach genannt: "Zukünftig muss stärker als bisher der Regionalflugverkehr zum angrenzenden europäischen Raum über den Flughafen Mönchengladbach abgewickelt werden." Hierfür sei eine Verlängerung der Landebahn auf 2.240 Meter notwendig.

"Die Position zum Verkehrslandeplatz Mönchengladbach teilen wir nicht", erklärt Ansgar Heveling, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, der den Ausbau als "unsinnig" bezeichnet. Selbst das Konzept nenne Mönchengladbach nicht in der Reihe der Regionalflughäfen, bei denen das Wachstumspotenzial noch bei weitem nicht ausgeschöpft seien. "Daraus können wir schließen, dass es nur darum geht, eine dritte Landebahn für Düsseldorf in Mönchengladbach zu schaffen."

Die CDU-Ratsfraktion sperre sich nicht dagegen, die Chancen des Luftverkehrs zu nutzen. Belastungen für Mensch und Umwelt müssten aber vertretbar sein. Fraktionschef Friedel Herten weist darauf hin, dass die Stadt schon jetzt stark vom Luftverkehr betroffen sei. Zwar spricht die Landtagsfraktion vom Dialog mit Anwohnern und von Mediationsverfahren. Für die Korschenbroicher Parteikollegen aber kommt "der Mensch im Konzept zu kurz", so Heveling.

Die Kritik gilt aber auch der Forderung in dem Papier, "zur Begrenzung des Bereiches, der durch den Fluglärm betroffen ist, Einschränkungen der kommunalen Planungshoheit in unmittelbarer Flughafennähe bei der Ausweisung von Wohngebieten beziehungsweise mit Gebieten mit gemischter Nutzung gesetzlich zu ermöglichen".

Dies sei eine Einschränkung der kommunalen Planungshoheit, hält die CDU-Ratsfraktion dagegen. Sie bittet nun, dass ihre Bedenken bei den Beratungen berücksichtigt werden. "Dr. Hans-Ulrich Klose wissen wir auf unserer Seite. Er hat dem Konzept nicht zugestimmt", weiß Heveling.

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