Korschenbroich : Unkraut wuchert an Kreuzung

Viele Bürger beklagen ungepflegte Kreuzungen. Hans Bolten fasst es für die Neersbroicher zusammen: "Die Birken an der L 31n gehören in den Garten, nicht auf die Straße." Der Landesbetrieb schiebt das auf Personalmangel.

Wer mit dem Auto von Korschenbroich nach Rheydt oder Giesenkirchen fährt, nutzt heute in der Regel die großzügig ausgebaute Landesstraße 31n. Fast zehn Jahre Kampf lagen hinter den von Lärm und Verkehrsbelastung geplagten Bürgern an der Rheydter Straße in Neersbroich, bis das Land endlich vor gut acht Jahren die Bewilligung erteilte. In der ersten Reihe war stets Hans Bolten (72) anzutreffen. Der Sprecher der damaligen Bürgerinitiative schüttelt heute nur noch den Kopf, schaut er sich den Wildwuchs in dem großzügig gestalteten Kreuzungsbereich Rheydter Straße, Künsend und L 31n an.

Für Hans Bolten ist es unverständlich, dass sich der Landesbetrieb Straßen NRW gar nicht um die Pflege der Großkreuzung kümmert. Seit Monaten sprießen dort aus der Pflasterung neben hochwachsenden Unkräutern – vom Johanniskraut bis hin zum Sommerflieder – alles das, was für Hans Bolten in einen Garten gehört. Zudem merkt der 72-Jährige ironisch an: "Der Wildwuchs wird täglich auch noch von 18 Straßenlaternen großzügig beleuchtet." Dass es sich am Künsend um keinen Einzelfall handelt, fuchst den früheren Kommunalpolitiker sehr: "An den anderen Kreuzungen werden diese Schwachstellen nicht auch noch für viel Geld aus der Stadtkasse ausgeleuchtet."

Sein Vorschlag: "Der Landesbetrieb Straßenbau NRW soll die Zahl der Leuchten auf ein Normalmaß reduzieren." Mit dem eingesparten Geld sieht Hans Bolten die Möglichkeit, die Pflegekosten zu decken und somit dauerhaft mehr Sauberkeit im Straßenraum zu garantieren.

Ein Vorschlag, den Wilhelm Höfner – beim Landesbetrieb Straßenbau NRW für Planung zuständig – nicht nachvollziehen kann: "Wir haben kein Geld für Beleuchtung, weder auf Landesstraßen noch in Autobahnkreuzen." Die vorgebrachte Kritik am Pflegestandard konnte Höfner allerdings nachvollziehen: "Der ist wirklich extrem niedrig, mehr ist aber nicht bezahlbar." Er begründet das Sparprogramm in Sachen Pflege mit den erneut vom Land gekürzten Unterhaltungskosten.

Für die Pflege und die Unterhaltung der Landesstraßen im Korschenbroicher Stadtgebiet ist die Straßenmeisterei Grevenbroich zuständig. Die verkrauteten Kreuzungsbereiche sind Michael Krings nicht fremd. Der stellvertretende Leiter der Straßenmeisterei erklärt auf NGZ-Anfrage: "Wir konzentrieren uns aktuell auf Arbeiten, die ausschließlich der Sicherheit dienen. Da müssen Reinigungsarbeiten zurückgestellt werden." Im Leistungskatalog heißt es für Krings, "befestigte Flächen sind nach Bedarf zu säubern", dazu sagt er ganz offen: "Den Auftrag kann ich leider zurzeit nicht erfüllen."

(NGZ)