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Handball: Und wieder steht ein "Muss" dahinter

Handball : Und wieder steht ein "Muss" dahinter

Viel Zeit, den "kollektiven Blackout" bei der Pleite in Krefeld zu analysieren, blieb René Witte nicht. Denn morgen steht für den Neusser HV gegen VfL Gummersbach II wieder ein Spiel auf dem Plan, "das unbedingt gewonnen werden muss".

Die Lage ist schon ein bisschen paradox: Mit 10:8 Punkten steht der Neusser HV derzeit auf Platz acht in der Rückrundentabelle der Dritten Handball-Liga West. Trotzdem sitzt dem Aufsteiger das Abstiegsgespenst ganz dicht im Nacken.

Schuld daran ist ein verkorkstes zweites Saisonviertel, in dem den Neussern sieben Niederlagen in Folge unterliefen. Eingeleitet wurde diese schwarze Serie durch die 26:28-Heimniederlage gegen die HSG Krefeld. Die verlief noch relativ glimpflich, verglichen mit dem 17:31-Debakel, das sich die Neusser am Sonntag beim gleichen Gegner leisteten. "Das war ein kollektiver Blackout", sagt Trainer René Witte rückblickend.

Viel Zeit, im Gespräch mit seinen Schützlingen zu analysieren, warum der NHV im zweiten Durchgang mit 4:18 (!) unterging, nachdem er zuvor einen 2:9-Rückstand in eine 10:9-Führung verwandelt hatte — "das hätte uns eigentlich Mut machen müssen, stattdessen lassen wir die Köpfe hängen", sagt Witte — hatte der Trainer nicht: "Wir müssen nicht zurück, sondern nach vorne schauen."

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Denn im Abstiegskampf droht den Neussern an diesem Wochenende arges Ungemach: Die SG Schalksmühle-Halver könnte im nicht unwahrscheinlichen Falle eines Heimsieges über den ART Düsseldorf am NHV vorbeiziehen, der VfL Gladbeck mit einem solchen über den dann selbst im dicksten Schlamassel steckenden OHV Aurich bis auf zwei Punkte an ihn heranrücken. Verhindern können das die Neusser nur selbst — indem sie morgen Abend (18.30 Uhr, Hammfeldhalle) gegen den VfL Gummersbach II punkten.

"Dieses Spiel müssen wir unbedingt gewinnen", sagt Witte in aller Offenheit — und das, obwohl er das Wort "muss" ansonsten nicht gerne in den Mund nimmt, "weil es für einen Neuling in dieser starken Liga eigentlich kein 'Muss' gibt." Mit Blick auf morgen hat es freilich allein schon wegen des restlichen Spielplanes seine Berechtigung, denn der beschert dem NHV zu Hause in der HSG Varel (am 5. April) und dem VfL Eintracht Hagen (am 3. Mai) zwei nicht unbedingt einfacher zu lösende Aufgaben. Von den Auswärtsspielen in Ferndorf (Tabellenzweiter), Leichlingen (4.) und Duisburg (8.) gar nicht zu reden. Wobei "einfach" im Zusammenhang mit der Gummersbacher Nachwuchstruppe auch nicht das passende Adjektiv darstellt: "Alles hervorragend ausgebildete Spieler, dazu in Georgi Sviridenko ein sehr guter Trainer", urteilt Witte über den morgigen Gegner, der mit dem unschätzbaren Vorteil anreist, "dass es für die um gar nichts mehr geht. Ihren Auftrag, die Liga zu halten, haben die doch längst erledigt", sagt Witte angesichts der 21:27 Punkte, die die Oberbergischen als Tabellenzehnten ausweisen.

Hinzu kommt, dass die von ihnen praktizierte 4:2-Abwehr unangenehm zu spielen ist, weil sie bei den Angreifern leicht zu technischen Fehlern führt — und genau diese, 16 an der Zahl, leiteten in Krefeld gepaart mit 22 Fehlwürfen das Neusser Debakel ein.

(NGZ)