Grundschule Pesch : Umwandlung oder Aus?

Von Ruth Wiedner

Von Ruth Wiedner

Die Grundschule Pesch - zurzeit eine katholische Bekenntnisschule - muss um ihren Erhalt fürchten. Nur eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule könnte auf Dauer den Erhalt dieser Einrichtung in Pesch garantieren. Jetzt sind die Eltern gefragt .

Hat die Pescher Grundschule noch eine Zukunft? - Mit dieser Frage befassen sich zurzeit Politik und Verwaltung ebenso wie die Eltern, die ihre Schützlinge an der Kleinenbroicher Straße zum Unterricht schicken. Bislang drückten Grundschüler - katholischer und evangelischer Glaubenszugehörigkeit - gemeinsam die Schulbank in der katholischen Bekenntnisgrundschule.

"Das war über 30 Jahre so", erklärte dann auch Bürgermeister Heinz Josef Dick anlässlich einer CDU-Versammlung in Pesch. Dick, auch für Schulfragen im Rathaus der direkte Ansprechpartner, spricht von einer "unerfreulichen Situation" und lenkt dabei den Blick auf einen Behördenerlass aus dem Jahre 1968. "Verstehen kann man das Ganze gar nicht. Aber es gibt eben Behörden, die wollen es so - wo katholisch drauf steht, muss auch katholisch drin sein. Damit sind wir jetzt zum Handeln gezwungen."

Welche Konsequenzen die Umsetzung des Landesgesetzes für die Grundschüler aus Pesch und damit auch für deren Eltern haben könnte, machte Dick ohne Umschweife mit dem "möglichen Aus" für die Schule deutlich. Kinder anderen Glaubens müssten mit Beginn des neuen Schuljahres in Glehn die Gemeinschaftsgrundschule besuchen. Damit würde sich die Schülerzahl vor Ort entsprechend reduzieren. Dicks Prognose: "Die Sollzahlen für die Konfessionsschule werden dann nicht mehr erreicht, damit wird die Pescher Schule geschlossen."

An eine Schließung will der Bürgermeister aber überhaupt nicht denken. "Wir müssen alles tun, um die Grundschule für diesen Ortsteil zu erhalten", lautete dann auch sein nachhaltiger Appell. Denn eines machte Heinz Josef Dick den Anwesenden ganz deutlich: "Wir als Stadt können die Landesentscheidung nicht steuern, wir werden dazu weder gehört noch gefragt."

Gefragt sind letztlich nur die Eltern - aber auch nur die, die zurzeit ein Kinder zu dieser Schule schicken. Selbst Mütter und Väter, deren Schützlinge im Herbst auf die Einschulung an der Kleinenbroicher Straße warteten, werden in diesen Entscheidungsprozess nicht eingebunden. Als Stichtag hat das Land den 10. Januar 2005 vorgegeben. Nur Erziehungsberechtigte, deren Kinder am Stichtag die Katholische Grundschule in Pesch besucht haben, sind zur Abstimmung berechtigt.

Die Erziehungsberechtigten haben für jedes in Frage kommende Kind eine Stimme. "Damit werden 94 Stimmen über die Zukunft dieser einzügigen Grundschule entscheiden", erklärte Dick das bereits eingeleitete Verfahren.

Die offizielle Abstimmung beginnt noch in diesem Monat: Über den Antrag der Umwandlung von Katholischer Grundschule in Gemeinschaftsgrundschule kann am Montag (28. Februar) von 19.30 bis 20.30 Uhr, am Dienstag (1. März) von 8 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr und am Mittwoch (2. März) von 12.30 bis 14 Uhr abgestimmt werden. Im Foyer der Schule wird für diese Zeit ein Abstimmungslokal eingerichtet. Die an der Abstimmung teilnehmenden Eltern müssen ihren gültigen Ausweis vorlegen. Zudem müssen sie die ihnen im Vormonat zugesandte blaus Ausweiskarte vorlegen.

Erziehungsberechtigten, denen es nicht möglich ist, einen der drei Termine persönlich wahrzunehmen, haben die Möglichkeit der Briefwahl. Die Anträge auf Briefwahl werden bis zum 24. Februar, 18 Uhr, entgegengenommen. Die Wahlscheine nebst Briefwahlunterlagen werden den Antragstellern umgehend zugeschickt oder können persönlich im Schulverwaltungsamt in Korschenbroich, Hannenplatz 4, Zimmer 107, abgeholt werden.

INFO: Die Abstimmung über den Antrag auf Umwandlung der Katholischen Grundschule Pesch in eine Gemeinschaftsgrundschule erstreckt sich über drei Tage - vom 28. Februar bis zum 2. März. Insgesamt können 94 Stimmen von den betroffenen Eltern abgegeben werden. "Für die Umwandlung und damit für den weiteren Erhalt der Schule sind 62 Stimmen erforderlich", so Bürgermeister Heinz Josef Dick.

(NGZ)