Fußball : Uedesheim landet Pyrrhussieg

Womöglich teuer erkauft hat sich der Tabellenführer der Fußball-Landesliga den 3:0-Erfolg über schwache Richrather. Der seit Wochen in überragender Form aufspielende Andrej Hildenberg verletzte sich am Knie.

Es hätte ein perfekter Nachmittag werden können für die Fußballer des SV Uedesheim: Mit dem eigenen 3:0-Sieg (Halbzeit 1:0) über Richrath in souveräner Manier die Tabellenführung verteidigt, gleichzeitig patzten die als härteste Konkurrenten ausgemachten Verfolger VfB Hilden (2:2 in Lürrip) und FC Remscheid (1:3 gegen Nievenheim). Ganz ungetrübt war die Freude indes nicht, droht in Andrej Hildenberg doch der Ausfall des mit zwölf Treffern besten Schützen.

In der 65. Minute geriet Hildenberg bei einem Zweikampf im Mittelfeld so unglücklich mit dem Richrather Jens Weidenmüller aneinander, dass der Uedesheimer schreiend zu Boden sank und kurz darauf dick bandagiert mit der Trage vom Feld getragen musste. Schiedsrichter Gerrit Wiesner sah sich sogar genötigt, das Match für knapp zehn Minuten zu unterbrechen und beide Teams in die Kabinen zu schicken. Zwar erlebte Hildenberg den Schlusspfiff schon wieder aufrecht, doch droht ihm mit einer gestern noch nicht genauer diagnostizierten Knieverletzung eine längere Spielpause.

Der Schreck war natürlich auch Trainer Ingmar Putz in die Glieder gefahren, doch etwaige Schwachheiten will er seinen Jungs im Endspurt der Saison trotzdem nicht durchgehen lassen. "Das darf keine Entschuldigung sein", stellt er klar. Die Sorge um seinen vielleicht besten Kicker ließ den ehemaligen Profi freilich nicht den Disput mit dem Schiedsrichtergespann aus Duisburg vergessen, dem er eine mehr als fehlerhafte Leistung bescheinigte. Die zweite Hälfte hatte der Uedesheimer Trainer wegen seiner allzu heftig angebrachten Kritik von außerhalb des Innenraums verfolgen müssen. Nun war die Combo um Gerrit Wiesner von einer klaren Linie in der Tat ebenso so weit entfernt wie ein in der Düsseldorfer Altstadt feuchtfröhlich seinen Junggesellenabschied feiernder Zecher, doch dass die Partie nicht bereits beim Seitenwechsel zu seinen Gunsten entschieden war, hatte sich der SVÜ selber zuzuschreiben. Denn nach Andrej Hildenbergs frühem Führungstreffer (6.) zeigte er sich extrem großzügig beim Auslassen selbst bester Torchancen. "Zur Pause hätten wir 3:0 führen können, ja müssen", haderte Putz.

Hildenberg (21.), Güven Dalkiran gleich zweimal (25./37.) und Benedikt Günther (40.) hätten früh für einen ganz entspannten Nachmittag sorgen können.

Nach dem Schock über das bittere Ausscheiden ihres Teamkollegen aber schien für einige Minuten sogar die Wende möglich. Ein Erfolgserlebnis hatten die vom ehemaligen Profi Marek Lesniak (20 Länderspiele für Polen) betreuten Gäste gestern freilich nicht verdient. Spätestens mit dem prächtigen Drehschuss von Samir Saysay zum 2:0 (75.) war das Spiel eigentlich entschieden. Endgültig den Deckel drauf machte der eingewechselte Mo Salou mit dem 3:0 (87.).

(NGZ)