Fußball : Uedesheim glaubt an letzte Chance

In Baumberg muss für den Fußball-Oberligisten morgen im Saisonfinale unbedingt ein Sieg her.

Eines vorweg: Morgen muss der SV Uedesheim sein letztes Saisonspiel bei den Sportfreunden Baumberg gewinnen, parallel dazu darf Bösinghoven im Heimspiel gegen Kapellen keinen Punkt holen. Dann — und nur dann — könnte der Neuling als Tabellen-15. womöglich noch das Ticket für ein weiteres Jahr in der Oberliga Niederrhein lösen.

Die sportliche Ausbeute ist freilich nur die halbe Miete. Die Rettung auf den letzten Drücker ist an Bedingungen geknüpft, die die Kicker des SVÜ nicht ohne "fremde Hilfe" erfüllen können. Der Ausflug in den dichten Paragrafendschungel des Fußballverbandes Niederrhein hat Uedesheims Geschäftsführer John von Zons zu folgender Erkenntnis gebracht. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Rang 15 wäre Gold wert, wenn sich der Wuppertaler SV bis zum 30. Juni aus der Regionalliga zurückzieht oder aber Hilal-Maroc Bergheim den Aufstieg in die Regionalliga schafft.

Zurzeit belegt der Verein in der Mittelrheinliga Rang sechs, müsste also, da die Konkurrenz bereits abgewunken hat, bis zum Saisonende am 9. Juni noch fünf Punkte auf den dritten Platz gutmachen. Für von Zons ist sogar eine Variante denkbar, bei der in der Oberliga Niederrhein selbst Rang 16 noch zum Klassenverbleib reichen würde, aber das würde jetzt wirklich zu weit führen ...

Für Uedesheims Trainer Ingmar Putz zählt für den Moment sowieso nur die Partie in Baumberg. Natürlich hat er die 0:6-Pleite von Donnerstag in Sonsbeck nicht vergessen ("Das Spiel hätte auch ganz anders laufen können."), doch Nachkarten gilt nicht. "Fakt ist: Wir müssen am Sonntag gewinnen — und das um jeden Preis!"

In die Karten spielen könnten seinen Schützlingen dabei zwei Dinge: Zum einen geht es für die Sportfreunde in der Liga um nichts mehr, zum anderen steht für Baumberg am Mittwoch das Finale im Niederrheinpokal gegen RW Oberhausen auf dem Programm. "Und da will sich vorher bestimmt kein Spieler mehr verletzten", weiß Putz. Wie das in der Praxis aussehen könnte, zeigte am Donnerstag Baumbergs misslungener Auftritt beim 1:5 gegen RW Oberhausen II. Dabei ist die Elf von Trainer David Moreno im heimischen MEGA-Stadion normalerweise ein höchst unleidlicher Spielpartner und hatte zuvor fünfmal hintereinander gewonnen. Das Hinspiel in Uedesheim war für Baumberg allerdings mit 1:3 verloren gegangen. Wie sehr sich die Fußballer des SVÜ mit ihrem Verein identifizieren, zeigt am besten Spielmacher Andrej Hildenberg, der seit Wochen mit gebrochener Hand spielt. Als ihm Putz gegen Sonsbeck in der 75. Minute mit der Auswechselung weitere Pein ersparte, kullerten beim feinen Techniker die Tränen. "Der Junge hat mir richtig leidgetan", sagt SV-Vorsitzender Klaus Haas, für den auch im Falle des Abstieges feststeht: "Hier geht nichts den Bach runter."

(NGZ/rl)