Fußball: Uedesheim fünf Minuten wie im Rausch

Fußball : Uedesheim fünf Minuten wie im Rausch

Damit war am heißesten Spieltag des Sommers nun wirklich nicht zu rechnen: Beim Stand von 0:1 plätscherte die Oberliga-Partie zwischen dem SV Uedesheim und dem 1. FC Wülfrath so vor sich hin.

Fünf Minuten später glich die Uedesheimer Sportanlage einem Tollhaus, der Gastgeber führte mit 3:1. Am Ende fuhr er mit 4:1 (0:0) seinen zweiten Saisonerfolg ein.

Auslöser des Dreifachschlags war ein von Adnan Hotic sicher verwandelter Handelfmeter (62.) zum Ausgleich. Direkt nach Wiederanstoß nutzte der SVÜ die Wülfrather Unordnung, Lukasz Koziatek steckte zu Mo Salou durch, der zum 2:1 versenkte. Doch damit nicht genug: Wiederum nur drei Minuten später war es erneut Koziatek, der sich durch den Strafraum dribbelte und den Ball mit etwas Glück zu Andrej Hildenberg brachte, dessen Schuss aus elf Metern von der Unterkante der Latte ins Tor sprang.

"Hut ab vor dieser Rückkehr", lobte Trainer Ingmar Putz. "Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass wir fitter sind und auf unsere Chance lauern müssen. Dass wir dann trotz Gegentor und bei diesen Temperaturen in so kurzer Zeit ein Feuerwerk abbrennen, hätte ich aber nicht gedacht." In der Tat wirkte der Aufsteiger von Anfang an frischer, brachte gegen die tief stehenden Gäste in der Rolle der spielbestimmenden Mannschaft aber kaum einen vernünftigen Angriff zustande.

Nachdem Hildenberg (22.) und Koziatek (40.) jeweils aus wenigen Metern scheiterten, bestrafte der sträflich allein gelassene Emre Erciyes die Uedesheimer mit dem Führungstor (48.). Putz reagierte prompt und brachte in Kani Taher und wenig später Salou für Malte Hauenstein und Samir Saysay genau die beiden Akteure, die er unter der Woche noch heftig kritisiert hatte. "Ich habe sie bewusst etwas härter angepackt, das hat anscheinend geholfen. Das war die Leistung, die ich mir von beiden erhoffe", sagte er. Während Taher für deutlich mehr Präsenz im Mittelfeld sorgte, brachte Salou auf der rechten Außenbahn die Dynamik ins Spiel, die Hauenstein zuvor hatte vermissen lassen — insgesamt genug, um die immer schwächer werdenden Gäste zu überrennen.

Nach dem 3:1 schaltete der SVÜ zwei Gänge runter, wäre aber beinahe noch in die Bredouille geraten: Kapitän Özkan Teke fällte Tolga Tokcan im Strafraum, doch Dustin Gottlebe bestätigte seinen Ruf als Elfmetertöter und parierte gegen Engin Kizilarslan (87.). Putz war verärgert: "Zwei Minuten vorher habe ich Özkan noch gesagt, dass Wülfrath tot ist und wir sie nur nicht wieder auferstehen lassen dürfen. Da müssen wir cleverer werden." So blieb auch das letzte Tor den Uedesheimern vergönnt: Salou krönte seine starke Vorstellung mit seinem zweiten Treffer — und dürfte damit auch wieder den Weg in das Herz seines Trainers gefunden haben.

(pas-)