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Fußball: Uedesheim bleibt wohl in der Oberliga

Fußball : Uedesheim bleibt wohl in der Oberliga

Jetzt hängt alles vom insolventen Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV ab. Die Entscheidung fällt bis zum 30. Juni.

Es sieht ganz danach aus, als habe Ingmar Putz mit seiner Prophezeiung voll ins Schwarze getroffen. Nach dem 1:1 in Baumberg am letzten Spieltag der Oberliga hatte der Trainer des SV Uedesheim gesagt: "Dieser Punkt könnte noch mal Gold wert sein." Stimmt. Seit gestern ist es sehr wahrscheinlich, dass sowohl der TuS Bösinghoven, der die Saison auf Tabellenplatz 15 beendet hatte, als auch der SV Uedesheim (16.) doch noch den Klassenverbleib geschafft haben.

Beim Blick in die DFB-Spielordnung ist den hohen Herren vom Fußballverband Niederrhein nämlich aufgefallen, dass die finanziellen Probleme des Regionalligisten Wuppertaler SV auch gravierende Auswirkungen auf die Oberliga Niederrhein haben. Geschäftsführer Rainer Lehmann (FVN): "Wird das Insolvenzverfahren bis zum 30. Juni eröffnet oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt", würden aus der Regionalliga im Wuppertaler SV, FC Kray und dem MSV Duisburg II drei Vereine in die Oberliga Niederrhein absteigen. In diesem Fall sehen die Statuten fünf Absteiger aus der Oberliga vor. Das wären die vier Kellerkinder SF Hamborn (20.), VfR Fischeln (19.), 1. FC Wülfrath (18.) und Cronenberger SC (17.) sowie der Wuppertaler SV II, der als Tabellensiebter runter in die Landesliga müsste, weil nicht zwei Mannschaften eines Klubs in der Oberliga antreten dürfen.

Sollte das Insolvenzverfahren dagegen erst nach dem 30. Juni eröffnet werden, bliebe es bei sechs Absteigern. Da die Zweitvertretung des WSV in diesem Fall ihren Platz in der Oberliga behielte, erwischte es neben Uedesheim auch Bösinghoven. Am Norfer Weg knallten jedoch gestern schon die Sektkorken. Für SV-Geschäftsführer John von Zons kommt diese Entwicklung freilich nicht ganz unerwartet, hatte er den Verband doch schon vor Wochen auf diese Konstellation hingewiesen. Aus diesem Grund war er am letzten Spieltag auch nach Cronenberg gefahren, um sich den Auftritt des unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um Rang 16 gegen Schlusslicht Hamborn (2:2) anzuschauen. Mit einem Heimsieg wäre der CSC noch an Uedesheim vorbeigezogen. Von Zons: "Im Gegensatz zu uns haben die nicht mehr an ihre Chance geglaubt, dabei wäre das überall nachzulesen gewesen. Aber das ist eben auch sehr mühsam."

Putz hatte die Flinte ebenfalls nie ins Korn geworfen. "Klar, die letzten Wochen haben schon sehr am Nervenkostüm geknabbert", gesteht er zwar, doch seit dem Match in Baumberg sei er ganz entspannt gewesen. "Und das ist jetzt wirklich kein Spruch!" Als die frohe Kunde bereits am Dienstagabend an sein Ohr drang, führte ihn sein erster Weg zu Tochter Lina. "Denn ihr habe ich viel zu verdanken. Sie ist mit Leib und Seele dabei — und sie war es, die mich dazu überredet hat, den Job hier in Uedesheim anzunehmen." Ganz besonders freut ihn die fast sichere Rettung für seine Mannschaft: "Die Jungs haben am Limit gespielt. Sie haben das einfach verdient."

Saisonbeginn für die 20 Vereine der Oberliga ist bereits am 28. Juli. "Damit müssen wir die gesamte Vorbereitung umstellen, denn die Planungen waren auf die Landesliga ausgerichtet — und die beginnt erst am 25. August", sagt von Zons. Putz gerät jedoch schon jetzt ins Träumen: "Uedesheim spielt im Stadion am Zoo in Wuppertal oder vielleicht sogar in der Arena des MSV Duisburg — unvergessliche Erlebnisse ..."

(NGZ/rl)