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Überraschender Sieg der TG Neuss Tigers in Braunschweig

Neusserinnen in der 2. Basketball-Bundesliga : Tigers überraschen mit Sieg in Braunschweig

Seit dem Wiederbeginn der 2. Basketball-Bundesiga lief es für Neuss nicht gut. Bei der Eintracht gelang ein knapper 79:77-Erfolg nach Verlängerung. Die Partie war bis zum Schluss ein echter Krimi.

Besser hätte der Moment für den Befreiungsschlag kaum sein können. Nach zwei deftigen Niederlage und den Nebengeräuschen durch den Abschied der US-Amerikanerin Toshua Leavitt schienen die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss Tigers auf dem Weg in eine Krise. Zumal es am Samstag zur hoch gehandelten Eintracht aus Braunschweig ging. Doch an dieser Herausforderung wuchsen die Neusserinnen und gewannen bei den Braunschweigerinnen in einer echten Nervenschlacht mit 79:77 (30:37) nach Verlängerung.

„Wir sind natürlich sehr erleichtert, dass wir dieses spannende Spiel gewonnen haben“, sagte TG-Coach John F. Bruhnke, der unter der Woche nach den Negativerlebnissen viel mit seinen Spielerinnen gesprochen und offenbar den richtigen Nerv getroffen hatte. „Ich kann meiner Mannschaft nur loben. Wir haben aus den Niederlagen gelernt und alle auf einem sehr hohen Level zusammengearbeitet.“ Als Indiz dafür wertete Bruhnke, dass seine Mannschaft in der Statistik bei den Assists mit 24:14 die Nase vorne hatte. Viele andere Werte untermauern dagegen, wie eng die Partie insgesamt war. So warfen beide Mannschaften 66-mal auf den Korb, wobei ein erfolgreicher Versuch mehr der TG den Ausschlag gab (beste TG-Schützin war Bitta Worms mit 16 Punkten). Weil das ein Dreier war und Braunschweig am Ende nur einen Freiwurf mehr im Korb versenkte, hatten die Gäste am Ende die Nase mit zwei Zählern vorne. Sogar bei den Fouls bewegten sich beide Teams auf Augenhöhe (23:23).

Doch wenn sich eine Mannschaft bei diesem Match auf Augenhöhe den Sieg verdient hat, dann die Neusserinnen. Schließlich lagen sie über das ganze Spiel gesehen 34 Minuten in Führung, während das den Gastgeberinnen nur zehn Minuten vergönnt war. Dabei war der Anfang alles andere als verheißungsvoll für die Tigers, gerieten sie doch im ersten Viertel gleich mit 3:12 ins Hintertreffen. Doch dann war die lange Busfahrt nach Niedersachsen offenbar aus den Beinen und den Köpfen verschwunden, denn plötzlich gelang ein Lauf, der in einer 15:14-Führung mündete. Daran knüpfte Neuss im zweiten Viertel an und konnte sich auch dank vier verwandelter Drei-Punkte-Würfe, drei von Jana Heinrich (insgesamt 4/4) und einer von Christina Krick (2/7), bis zur Halbzeit auf 37:30 absetzen.

„In der Kabine habe ich darauf hingewiesen, dass wir im dritten Viertel maximal konzentriert sein müssen, weil wir da zuletzt große Probleme hatten“, sagte TG-Coach Bruhnke. Das klappte zwar zunächst nicht allzu gut, weil Braunschweig auf 42:44 (26.) verkürzte, doch Neuss hatte die passende Antwort parat, setzte sich wieder 51:42 ab und ging mit einem 56:47-Vorsprung ins finale Viertel. Weil die Gastgeberinnen da noch mal alles aus sich herausholten, drehten sie die Partie auch dank der überragenden US-Amerikanerin Sydney Nicole Kopp (21 Punkte), Nina Rosemeyer (20 Punkte) und Stefanie Grigoleit (10 Punkte, 15 Rebounds) und lagen in der letzten Minute plötzlich mit 71:69 auf der Siegerstraße. Als nur noch wenige Sekunde auf der Uhr waren, setzte die TG alles auf einen Dreierversuch. Doch als die Eintracht dies zu verhindern wusste, zog Jill Stratton (10 Punkte) zum Korb und spielte Jana Heinrich (14) an, die zum 71:71 traf und ihr Team so in die fünfminütige Verlängerung brachte.

Dort erwischte Neuss mit einem Korb nach einem Steal und zwei Freiwürfen einen Traumstart zum 75:71, hatte dann bei einer 78:76-Führung aller Trümpfe in der Hand. Doch weil nur einer von sechs Versuchen von der Freiwurflinie im Korb landete, blieb es bis zum Schluss ein Nervenkrieg – mit dem besseren Ende für Neuss. „Das hat sehr gut getan, schließlich liegt unser letzter Sieg am 5. Dezember schon lange zurück. Ich denke, jetzt kommen wir langsam in unseren Rhythmus“, sagte John F. Bruhnke. Die nächste Chance, das zu beweisen, haben die Tigers am Sonntag bei den Avides Hurricanes in Rotenburg.