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Korschenbroich: Über Lehrbücher zum Comedy-Roman

Korschenbroich : Über Lehrbücher zum Comedy-Roman

Thomas Jendrosch ist Professor und bestens vertraut mit trockenem Lehrmaterial. Mit seinem Roman "Na also, geht doch!" betritt er Neuland. Er erzählt die Geschichte eines egozentrischen Psychiaters.

Normalerweise schreibt Thomas Jendrosch Lehrbücher und verfolgt damit rein informative Zwecke. Sieben Werke dieser Art hat der Professor bereits verfasst — schrieb dabei oftmals über das menschliche Verhalten in Bezug auf Werbung.

Nach der Fertigstellung seines letzten Sachbuches brauchte Jendrosch jedoch eine Auszeit vom didaktischen Aufbereiten des Lehrmaterials und begab sich auf für ihn neues Terrain. "Ich habe die Lust verspürt, mal etwas anderes zu schreiben. Etwas Lustiges und Unterhaltsames", sagt der Korschenbroicher. Am Ende dieser einjährigen "Auszeit" erschien nun ein Roman, der so gar nicht in das Bild seiner vorigen Werke passt — sein Ziel hat Jendrosch somit erreicht. "Na also, geht doch!" heißt der 174-seitige Roman, der geprägt ist von Sarkasmus und derbem Humor. "Ich habe mich durch die Serie Stromberg inspirieren lassen", verrät der Autor, der für sein Buch die fiktive Person Peer kreierte.

Peer ist Psychiater, selbstverliebt, faul und unfähig noch dazu. Seine Patienten gehen ihm regelrecht auf die Nerven und auch mit seinem Eheleben ist er alles andere als zufrieden — seine keifende Frau findet er schlichtweg zu übergewichtig.

"Eigentlich ist Peer ein richtiger Kotzbrocken, dem es nur um das eigene Wohlbefinden geht", sagt Jendrosch schmunzelnd. Sobald die Nacht einbricht, steht Peer dann am Fenster und beobachtet heimlich fremde Frauen mit dem Fernglas wie seine neue Nachbarin Veronika, deren Zuneigung jedoch nur auf den ersten Blick auf Gegenseitigkeit stößt. Trotz all seiner negativen Persönlichkeitsmerkmale kann sich der Leser durchaus mit Peer identifizieren. "Er durchläuft eine Art Midlife-Crisis, und Menschen in dem Alter finden sich in manchen Situationen vielleicht wieder", sagt Jendrosch, der als Professor an der Fachhochschule Heide und an der Hochschule Neuss als Lehrbeauftragter tätig ist. Häufig wird der Leser wohl auch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn ihm vor lauter Fremdscham nicht sogar die Röte ins Gesicht treibt. Denn häufig ist Peers Verhalten schlichtweg peinlich und unmoralisch.

Ein knappes Jahr hat Thomas Jendrosch (50) an seinem Roman gesessen. Es soll nicht sein letztes Werk dieser Art gewesen sein. Auf anderes schriftstellerisches Terrain möchte sich der Vater von drei Kindern jedoch nicht begeben. "Ich denke nicht, dass ich irgendwann einen Liebesroman oder einen Thriller verfasse. Die humoristische Schreibweise hat es mir einfach angetan", verrät der Korschenbroicher.

Auf den nächsten Roman müssen die Leser also noch etwas warten. Vielleicht verfasst Thomas Jendrosch auch zunächst wieder ein Lehrbuch, um seine Lust auf den nächsten Roman zu wecken, in dem er sich ganz nach seinem Geschmack "austoben" kann.

(NGZ)