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Über 1000 Aktive im Ziel beim Rosellener Abendlauf

Leichtathletik : Rosellener Abendlauf kommt gut an

Nach zwei Corona-bedingten Absagen meldete sich die Traditionsveranstaltung eindrucksvoll zurück. Volle Felder und viele Zuschauer sorgten für eine tolle Atmosphäre. Der SV Rosellen als neuer Veranstalter will definitiv weitermachen.

Das Lob kam aus berufenem Munde. Schließlich hat Hagen Bierlich als Sportler, der Triathlon auf Ironman-Niveau betreibt, schon einige Wettkämpfe in den Knochen, auch international war er schon unterwegs. Doch was der SV Rosellen als Veranstalter der 35. Auflage des Abendlaufs nach der lange Corona-Zwangspause sozusagen in der läuferischen Provinz auf die Beine stellte, nötigte auch Bierlich Respekt ab. „Die Veranstaltung war super. Wegen Corona war man das ja gar nicht mehr gewöhnt, aber im Stadion herrschte eine tolle Atmosphäre“, erklärte Bierlich, der als Trainer einer Laufgruppe des FC Straberg mit einigen seiner Schützlinge zum Comeback des Traditionslaufs im Neusser Süden angereist war.

Dass nach der 34. Auflage im Jahr 2019 drei Jahre später die 35. folgen konnte, das machte der SV Rosellen möglich. Als die Veranstaltung 1986 ihre Premiere feierte, trug der Verein zwar schon mal für zwei Jahre die Verantwortung, gab sie dann aber an den ASC Rosellen ab. Weil der sich aber Ende vorigen Jahres auflöste, sprang der SVR ein. „Kindergärten und Schulen haben sich bei uns gemeldet und gesagt, dass es schade wäre, wenn es den Lauf nicht weiter geben würde“, erklärt Sven Schümann in seiner Funktion als Vorsitzender des SV Rosellen. So reifte schnell der Entschluss, die Tradition fortzuschreiben. Unterstützt durch das Know-how von Jürgen Rödingen, der schon im Organisationsteam des ASC dabei war, wurde die Herausforderung angenommen. Zunächst erfolgte die amtliche Vermessung der Strecken mit Hilfe von Detlev Ackermann vom Leichtathletik-Verband Nordrhein, die in diesem Zuge auch eine Veränderung erfuhren. Die Theodor-Klein-Bezirkssportanlage wurde für die Veranstaltung so hergerichtet, dass Volksfeststimmung aufkommen konnte. 100 Helfer waren an unterschiedlichen Stationen im Einsatz. 

 Flora Feuring und Guesch Hagos von der TG Neuss.
Flora Feuring und Guesch Hagos von der TG Neuss. Foto: TG Neuss
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„Wir haben viel Zuspruch bekommen. Man hat gemerkt, dass die Menschen wieder richtig Lust auf so eine Veranstaltung hatten“, meinte Sven Schümann. Dass beim Comeback als Ausrichter nach so vielen Jahren beim SV Rosellen noch nicht alles perfekt laufen konnte, war klar, eine Arbeitsgruppe soll noch in dieser Woche Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Wie groß die Lust der Teilnehmer auf den Rosellener Abendlauf war, zeigen die Zahlen: 1210 Voranmeldungen und 1037 Aktive im Ziel waren deutlich mehr als bei der bislang letzten Auflage im Jahr 2019. Darunter war eben auch Hagen Bierlich, der die Veranstaltung zur Vorbereitung auf seinen Triathlon-Saisonstart nächstes Wochenende im Kraichgau nutzte. Wo er schon mal da war, nahm er für den FC Straberg beide Erwachsenen-Strecken in Angriff, die am Abend nach den Kindergarten- und Schulläufen anstanden. Über fünf Kilometer siegte er in 16:13 Minuten, schon ein ganzes Stück hinter ihm kam Richard Wilke (16:55) ins Ziel. Auch über zehn Kilometer war gegen ihn kein Kraut gewachsen, in 33:11 Minuten überquerte er als Erster die Ziellinie, 41 Sekunden danach folgte Martin Schumacher aus Köln. Eine klare Siegerin aus heimischen Gefilden gab es über die längere Distanz auch bei den Frauen. Dort gewann die junge Flora Feuring (U20) aus Glehn im Trikot der TG Neuss in 43:15 Minuten mit fast zwei Minuten Vorsprung auf Claudia Schmitz aus Mönchengladbach.

Für Sven Schümann und seine Mitstreiter ist nach der guten Resonanz klar, dass es weitergehen soll: „Es gibt den festen Willen, das zu wiederholen“, betont der SVR-Vorsitzende. Gut möglich, dass Triathlet Hagen Bierlich und seine Schützlinge beim 36. Rosellener Abendlauf auch wieder dabei sind.