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Jüchen: Ü3-Plätze in Kitas werden Mangelware

Jüchen : Ü3-Plätze in Kitas werden Mangelware

Jüchen wird ab 1. August 2013 eine 33-prozentige Versorgung für U3-Betreuung anbieten. Für das Jahr 2014/15 werden Ü3-Plätze knapp – etwa im katholischen Kindergarten "Unserer lieben Frau", der in den Sommerferien umgebaut wird.

Jüchen wird ab 1. August 2013 eine 33-prozentige Versorgung für U3-Betreuung anbieten. Für das Jahr 2014/15 werden Ü3-Plätze knapp — etwa im katholischen Kindergarten "Unserer lieben Frau", der in den Sommerferien umgebaut wird.

Der Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder unter drei Jahren kann Antonius Berheide vom Jugendamt des Rhein-Kreises Neuss nicht aufregen: "In Jüchen werden wir mit 33 Prozent sogar über der geforderten Versorgungsquote (32 Prozent) liegen." Von den 172 U3-Plätzen gehören 48 Plätze zur Tagespflege. Doch der U3-Ausbau (und die damit verbundene Gruppen-Umwandlung) hat Konsequenzen: In einigen Einrichtungen gibt es deshalb zu wenig Plätze für den älteren Nachwuchs. Entgegen den allgemeinen Prognosen ist in Jüchen die Zahl der Kinder nicht gesunken. "Das liegt an den Neubaugebieten", erläutert Berheide.

Zu spüren sein wird die Ü3-Knappheit etwa im Jüchener Zentrum und in Hochneukirch mit den Einzugsgebieten Otzenrath und Holz. Während Umbauten und Sanierungen für die U3-Kinder in den kommunalen Einrichtungen abgeschlossen sind, ist im Kindergartenjahr 2014/15 Ü3-Betreuung Mangelware. Besonders auffällig ist dies im Jüchener Zentrum. Dort werden im katholischen Kindergarten zwölf zusätzliche U3-Plätze für das nächste Jahr geschaffen — damit fehlt aber bereits jetzt das Betreuungsangebot für die Älteren: "Wir haben lange Wartelisten", sagt Lieve Lopski, Leiterin des Kindergartens "Unserer lieben Frau".

Soeben beendet sind die Erweiterungen in der Kita Garzweiler. Dort können künftig 16 U3-Plätze angeboten werden. Bereits seit längerem gibt es in der Einrichtung in Kelzenberg insgesamt 14 Plätze für die Jüngsten. Warum der Kita-Ausbau in Jüchen bisher gut funktioniert hat, das begründet Antonius Berheide mit der "frühzeitigen Planung, dem rechtzeitigen Einreichen der Förderanträge und der schnellen Zuweisung der Mittel". So habe sich das für die Gemeinde Jüchen zuständige Kreisjugendamt bereits früh mit der Bedarfsplanung beschäftigt. Allerdings: Dies schützt nicht vor Überraschungen. Denn die tatsächliche Nachfrage weicht wegen der Nachfrage in den Baugebieten deutlich von der angenommenen Entwicklung ab.

Die Gemeindeverwaltung reagiert auf diesen Bedarf: Sie will zum Kita-Jahr 2014/15 das Bürgerhaus an der Rektor-Thoma-Straße in eine zwei-gruppige Kindertagesstätte umbauen lassen. Nachdem der Hauptausschuss diese Pläne gebilligt hat, muss nun ein enger Zeitrahmen einhalten werden. "Die Planungen laufen, doch einen Bauzeitenplan gibt es noch nicht", erläutert Rathaus-Sprecher Norbert Wolf. Fest stehe, dass das Bürgerhaus ab 30. September gesperrt und somit nicht mehr von den Vereinen genutzt werden kann. "Die Absprachen mit den Vereinen sind so gut wie abgeschlossen", sagt Norbert Wolf. Neben dem FSV Jüchen hatten auch die Bürgerschützen die Räume genutzt. Sie sollen künftig in der Zweifachhalle an der Stadionstraße untergebracht werden. Deren Umbau soll zum 1. August 2014 beendet sein.

Lieve Lopski erwartet ab 25. Juli die Handwerker. Sie werden mit dem Umbau der Sanitärräume beginnen.

(NGZ)