Handball : TVK zeigt Biss und viel Herz

Die über weite Strecken der Partie nur mit sechs Feldspielern auf der Platte stehenden Korschenbroicher Handballer legten ein sehr ordentliches Heimdebüt in Liga drei hin. Beim 27:27 gegen Wilhelmshaven hätte es in der packenden Schlussphase sogar fast zum zweiten Saisonsieg gereicht.

Friede, Freude, Eierkuchen nach 60 äußerst packenden Handballminuten in der Waldsporthalle – das 27:27-Unentschieden (Halbzeit 14:13) traf den Geschmack aller Beteiligten. "Hier in Korschenbroich einen Punkt zu holen, ist natürlich super", zog Wilhelmshavens Spielertrainer Christian Köhrmann zufrieden Bilanz. Sein in Diensten des TV Korschenbroich stehender Kollege Ronny Rogawska bewertete das Heimdebüt seiner Truppe in der 3. Liga geradezu euphorisch: "Dass wir am Ende nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch einen Punkt geholt haben, ist sensationell." Für beide Teams wäre indes sogar mehr drin gewesen. Bis zur Pause stellte der TVK, der zum Auftakt in Edewecht gewonnen hatte, das bessere Team. Im Angriff konzentriert und in der Verteidigung mit einem guten Marcel Leclaire auf der Torlinie lag er ständig vorne – und führte nach drei Überzahltoren in Folge von Mathias Deppisch zwischenzeitlich mit 9:6 (15.). "Wir haben eine sehr, sehr gute erste Halbzeit hingelegt", stellte Rogawska fest.

Bis zur 40. Minute hielt der Coach gegen die 6:0-Deckung der Gäste an seiner Formation mit Simon Ciupinski, Michel Mantsch und Björn Marquardt im Rückraum, Marcel Görden am Kreis sowie Mathias Deppisch und Daniel Mestrum auf den Flügeln fest. Erst danach brachte er auch Philipp Liesebach und David Biskamp. Da war das Match bereits gekippt, hielt der WHV, der in Unterzahl seinen Torhüter stets zugunsten eines sechsten Feldspielers opferte, einen Zwei-Tore-Vorsprung. Der hatte auch noch in der 55. Minute Bestand (27:25). Dann jedoch kassierten Sebastian Maas (56.) und Georg Auerswald (57.) für Wilhelmshaven harte Zwei-Minuten-Strafen, parierte Leclaire, den zwischen der 36. und 55. Minute Philipp Ruch im Kasten ersetzt hatte, einen Siebenmeter von René Drechsler (57.).

Und plötzlich ist der TVK nach einem von Marcel Görden verwandelten Siebenmeter wieder im Spiel (26:27/57). In Überzahl gleicht Daniel Mestrum aus (27:27/58.). Als kurz darauf Wilhelmshavens Evgeny Vorontsov aus spitzem Winkel verwirft, geraten die Hausherren eine Minute vor dem Ende in Ballbesitz. Mit einer Energieleistung holt Simon Ciupinski einen weiteren Siebenmeter heraus, doch Marcel Görden, zuvor sechsmal hintereinander erfolgreich, scheitert 32 Sekunden vor Schluss an WHV-Keeper Christoph Dannigkeit. Nun sind die Gäste am Zug. Nach einer Auszeit bringen sie in Evgeny Vorontsov ihren besten Schützen (9/1) in Position, der findet mit seinem Wurf aus rund neun Metern allerdings in Marcel Leclaire seinen Meister.

Wohl auch deshalb kamen Köhrmann schließlich doch noch Zweifel, ob der eine Punkt wirklich genug war. "Ich weiß auch nicht so recht, was ich mit diesem Spiel anfangen soll", rätselte er.

(NGZ)
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