Handball : TVK wehrt sich tapfer gegen Hamm

Torsten Friedrich wird der gestrige Handballabend in der Waldsporthalle lange in Erinnerung bleiben. Zwar erreichte der Routinier zwischen den Torpfosten des ASV Hamm-Westfalen mit dem Zweitligisten aufs Ganze gesehen relativ sicher die dritte Runde im DHB-Pokal, denn die Gäste gerieten bei ihrem 33:30-Sieg (Halbzeit 20:15) über Drittligist TV Korschenbroich nicht ein Mal in Rückstand.

Doch der 41-Jährige hatte dabei ein für Torhüter ungewohnt hohes Laufpensum zurückzulegen. Sein Trainer Kay Rothenpieler wechselte ihn nämlich über weite Strecken des Spiels gegen einen siebten Feldspieler aus, um so die Manndeckung gegen seinen Regisseur Chen Pomeranz auszuhebeln. Was dem aktuellen Tabellenneunten der Zweiten Liga auch weitgehend gelang — nur vier Minuten vor dem Schlusspfiff zirkelte der gestern gut aufgelegte TVK-Schlussmann Philipp Ruch den Ball mit einem weiten Abwurf ins verwaiste Gästetor. Dass Rothenpieler jedoch überhaupt so tief in die taktische Trickkiste greifen musste, zeigt, wie schwer sich der ehemalige Erstligist gegen sich tapfer wehrende Korschenbroicher tat.

Dabei schien die Partie zu Beginn vor spärlicher Kulisse von 150 Zuschauern den erwartbaren Verlauf zu nehmen, denn nach 13 Minuten lagen die Gäste mit 10:4 in Front. Angetrieben von einem erneut stark aufspielenden Simon Ciupinski kämpfte sich der TVK jedoch bis auf 9:11 (18.) heran, auch, weil der Zweitligist weitgehend auf eine Abwehrarbeit verzichtete. Vier Strafminuten für Hamm, null für den TVK sagen viel über die Aggressivität (oder deren Fehlen), die beide Teams gestern an den Tag legten.

Vielleicht hatte Rothenpieler auch auf den bislang obligatorischen konditionellen Einbruch des TVK spekuliert. Doch der blieb aus, weil Trainer Ronny Rogawska im Gegensatz zu den Meisterschaftsspielen im Rahmen seiner Möglichkeiten wechselte und bis auf Marcel Görden jedem Feldspieler kurze Pausen ermöglichte. So kam Max Sonnenhof zu seinem Heimdebüt, dass die "Leihgabe" aus Niederpleis mit drei Toren durchaus beachtlich gestaltete. Richtig gefährlich wurde es für Friedrich und Co. aber nie.

(NGZ/rl)