Handball : TVK verliert in der Schlussminute

Sport kann so ungerecht sein – diesen Satz dürften sich die Handballer des TV Korschenbroich gestern Abend nach dem Schlusspfiff wohl wie ein Mantra immer wieder vorgesagt haben. Denn eigentlich sah der Zweitligist aus Korschenbroich in der Partie gegen den hoch favorisierten TV Emsdetten lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Letztlich stand für die Mannschaft von Neu-Trainer Jörn Ilper allerdings eine knappe und unglücklich 28:29-Heimniederlage (Halbzeit 13:13) zu Buche.

"Natürlich bin ich mit dem Ergebnis unzufrieden", brachte es Ilper nach nervenaufreibenden 60 Minuten auf den Punkt, "aber wir haben heute gegen einen Titelkandidaten gespielt und ihn an den Rand einer Niederlage gebracht." Dass es für den TVK letztlich aber nicht zur Überraschung reichte, lag an zwei Dingen. Erstens am Ex-Dormagener Vitali Feshchanka, der in der 37. Minute ins Emsdettener Tor rückte und dieses fast vernagelte, und zweitens daran, dass die Korschenbroicher sich in der entscheidenden Phase zu viele Fehlpässe und -würfe leisteten. "Trotzdem kann ich meinen Jungs keinen Vorwurf machen", sagte Ilper, "wir haben ein junges Team, das nicht über so viel Erfahrung wie Emsdetten verfügt." Dennoch hätten die Korschenbroicher mehr als nur eine Chance gehabt, die Partie für sich zu entscheiden. Nach ausgeglichenem Beginn setzten sich die Gastgeber von 6:5 in der 12. Spielminute bis auf 11:6 in der 20. Minute ab. "Leider haben wir diese Führung zu schnell wieder weggegeben", resümierte der TVK-Coach. So gingen die Akteure letztlich mit einem 13:13-Unentschieden in die Kabine. Aber auch nach der Pause war eigentlich der TVK spielbestimmend. Und über den Kampf auch wieder in Führung ging. So setzten sich die Hausherren bis zur 43. Minute mit 22:17 ab – bester Werfer war in dieser Phase Neuzugang Pasqual Tovornik, der auf insgesamt sieben Treffer kam.

Doch die Freude in der voll besetzten Waldsporthalle währte nicht lange. Denn von zu Minute zu Minute kämpften sich die Gäste wieder heran, glichen in der 49. Minute zum 24:24 aus und gingen in der 53. Erstmals beim Stande von 25:24 in Führung. Danach überschlugen sich die Ereignisse in einer turbulenten Schlussphase, die besonders für Pasqaul Torvornic schmerzhaft endete. Der Rückraumspieler wurde in der 59. Minute gefoult, fiel ungebremst auf den Hallenboden und blieb bewusstlos liegen. Da wurde der Siegtreffer von Janko Bozovic der vom Siebenmeterpunkt zum 29:28-Endstand traf, fast zur Nebensache. "Pasqaul hängt am Tropf und kann mit etwas Glück die Halle auf seinen eigenen Füßen verlassen", gab Ilper bei der Pressekonferenz Entwarnung.

(NGZ)