Handball : TVK steht vor Schicksalsspiel

Zwei der drei rheinischen Handball-Zweitligisten steht das Wasser bis zum Hals – und ausgerechnet die treffen morgen Abend in der Korschenbroicher Waldsporthalle aufeinander. "Wir müssen dieses Spiel gewinnen", sagt TVK-Trainer Christian Voß vor der Partie gegen die HSG Düsseldorf

Zwei der drei rheinischen Handball-Zweitligisten steht das Wasser bis zum Hals — und ausgerechnet die treffen morgen Abend in der Korschenbroicher Waldsporthalle aufeinander. "Wir müssen dieses Spiel gewinnen", sagt TVK-Trainer Christian Voß vor der Partie gegen die HSG Düsseldorf

Noch ist nichts entscheidendes passiert in der Zweiten Handball-Bundesliga: Die Differenz zwischen Spitzenreiter und Tabellenletztem beträgt 15 Punkte — kein großer Abstand nach bereits 16 absolvierten Partien. Und das Schlusslicht trennen gerade mal vier Zähler vom rettenden 16. Tabellenplatz. Trotzdem liegt ein Hauch von Schicksalsspiel über der Begegnung, die morgen um 20 Uhr von den Unparteiischen Christoph Maier und Michael Kilp in der Korschenbroicher Waldsporthalle angepfiffen wird.

Das ist auch Christian Voß nicht verborgen geblieben. "Wir müssen dieses Spiel gewinnen", sagt der neue Mann auf der Trainerbank des nach der 30:32-Niederlage in Bittenfeld wieder auf den letzten Tabellenplatz abgerutschten TV Korschenbroich mit Blick auf das Lokalduell mit der HSG Düsseldorf.

Das hat weniger damit zu tun, dass er dann mit einer ausgeglichenen persönlichen Bilanz (5:5 Punkte) in die Winterpause gehen könnte. Sondern damit, dass aus der einstmals "großen" HSG ein direkter Konkurrent im Kampf um den Verbleib in der eingleisigen Zweiten Liga geworden ist — der einstige Europapokalsieger steckt mit 11:21 Punkten auf Rang 17 genauso tief im Abstiegsschlamassel wie der morgige Gastgeber (20. mit 8:24), wird dazu noch von erheblichen finanziellen Problemen geplagt (siehe gesonderten Bericht).

Voß hat, neben dem üblichen akribischen Videostudium des Gegners, die Düsseldorfer am Sonntag bei deren 25:34-Heimschlappe gegen die HG Saarlouis persönlich unter die Lupe genommen. Was ihn dabei am meisten beeindruckt hat: "Angesichts dessen, was man alles über die HSG hört und liest, hatte ich eine größere Verunsicherung erwartet." Stattdessen sah er anfangs gut aufspielende Hausherren, denen mit zunehmender Spieldauer allerdings die Puste und damit das spielerische Vermögen ausging.

Woraus Voß die taktische Marschroute für den morgigen Abend ableitet: "Wir müssen den Düsseldorfern unser hohes Tempo aufzwingen und das Spiel über die größere Physis entscheiden." Erschwert wird dieses Vorhaben freilich dadurch, dass in Matthias Fuchs "ein enorm wichtiger Spieler" gestern mit Fieber flach lag. "Ich hoffe, er hat sich bis morgen Abend berappelt", sagt der TVK-Trainer über den universell einsetzbaren Ex-Solinger.

Wenn nicht, wird er wohl einem der Linkshänder im Rückraum vertrauen müssen — doch weder Pasqual Tovornik noch Christoph Piske haben ihn bislang ansatzweise überzeugt. "Sie strahlen zu wenig Sicherheit aus." Die Alternative wäre, Robin Doetsch, den anderen Linkshänder, vom Außen zum "Halben" zu befördern, "doch dazu fehlt ihm noch die Physis", sagt Voß. Also geht's wohl nur über Wille und Einsatzbereitschaft: "Und die sind da", sagt der Trainer. Zumindest so lange, wie der TVK den Anschluss an die Konkurrenz hält. Auch darum ist das morgige eine Art von Schicksalsspiel.

(NGZ/rl)