Handball : TVK sorgt für Irritationen

Es ist das erste Heimspiel nach der Entscheidung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat, den TV Korschenbroich am Saisonende freiwillig in die Dritte Liga zurückzuziehen.

Doch Christian Voß ist überzeugt, dass das heute ab 20 Uhr, wenn der 1. VfL Potsdam seine Visitenkarte in der Waldsporthalle abgibt, zumindest in den Köpfen seiner Spieler keine Rolle spielt: "Wir sind momentan Tabellenletzter und das wollen wir definitiv nicht bleiben", sagt der TVK-Trainer vor dem Aufeinandertreffen mit dem Drittletzten.

Feiert heute gegen Potsdam sein Comeback: Mathias Deppisch. Foto: TVK

Voß, der noch keine Entscheidung darüber getroffen hat, wie es mit ihm nach Saisonende weitergeht, ist überzeugt: "Alle unsere Spieler haben den Ehrgeiz, sich in der Liga zu beweisen und auch den Ehrgeiz, jedes Spiel zu gewinnen." Freilich schränkt er mit Blick auf das dreimonatige "Schaulaufen" ein: "Wie lange diese Einstellung anhält, weiß ich nicht. Immerhin haben wir noch 18 Spiele vor uns."

Für das heutige hat sich die Personalsituation etwas entspannt, denn nach fünfmonatiger Zwangspause wegen einer Knieverletzung feiert Rechtsaußen Mathias Deppisch sein Comeback. "Wir können ihn ohne schlechtes Gewissen einsetzen", sagt Voß, wird seinen Lübecker Landsmann aber beim Anpfiff erst mal auf der Bank Platz nehmen lassen: "Steffen Fischer hat in Emsdetten so ein gutes Spiel gemacht, da wäre das ein falsches Signal, wenn er draußen bliebe", sagt er über den erst zwei Wochen vor der Entscheidung über den Rückzug verpflichteten Linkshänder.

Auch anderweitig sorgt die Vereinspolitik des TVK für Irritationen. Wurde zunächst die Zweitliga-untaugliche Waldsporthalle als Grund für den freiwilligen Rückzug genannt, erklärte Marketingmanager Kai Faltin jetzt in einem Interview mit der eigenen Pressestelle: "Selbstverständlich würden wir unter gegebenen Umständen auch mit der Waldsporthalle noch einmal in der 2. Liga antreten, sollten die sonstigen, sprich wirtschaftlichen, Gegebenheiten stimmen."

Unabhängig davon scheint der TVK bereits um Spieler anderer Vereine zu buhlen. So fürchtet der künftige Ligakonkurrent OSC Rheinhausen den Verlust von Torjäger Mirko Szymanowicz: "Mirko hat ein Angebot vom TV Korschenbroich vorliegen. Aber auch wir haben ihm unsere Konzepte für die Zukunft, bei denen er eine zentrale Rolle spielt, vorgestellt," sagt Mirko Bernau, Sportlicher Leiter des OSC und Ex-Spieler des TVK. Szymanowicz (25), der schon mehrfach auf der Wunschliste des TVK stand, bestätigt das Angebot. Faltin spricht hingegen von "Senkung der Personalkosten" und dem Ziel, trotzdem "so viele unserer Stammspieler wie möglich zu halten. Zudem werden wir junge Talente einbauen."

(NGZ/rl)