Handball : TVK kämpft an allen Fronten

Während die Spieler mit dem leidenschaftlich erkämpften 32:30-Sieg über Bietigheim den ersten Heimsieg seit Ende Februar feierten, blickt Geschäftsführer Peter Irmen wieder etwas optimistischer in die Zukunft des TV Korschenbroich: "Wir sind dabei, Weichen zu stellen"

Vielleicht sichern die Spieler des TV Korschenbroich gerade ihre eigenen Nebeneinkünfte: Nach einer Phase der Lustlosigkeit, die mit der 25:34-Niederlage in Schwerin ihren negativen Höhepunkt erreichte, haben die Zweitliga-Handballer des TVK wieder ihr Kämpferherz entdeckt.

Lohn der Anstrengungen: Mit dem leidenschaftlich erkämpften 32:30 (Halbzeit 13:14) über die SG Bietigheim feierten sie am Samstagabend vor 472 begeisterten Zuschauern den ersten Heimsieg seit dem 24. Februar. Und zeigten damit Vereinsführung und potenziellen Sponsoren, dass es durchaus lohnenswert erscheint, in diese Mannschaft zu investieren.

Peter Irmen schaut denn auch wieder etwas optimistischer in die Korschenbroicher Handballzukunft: "Wir sind gerade dabei, Weichenstellungen vorzunehmen", sagt der Mediziner und ehrenamtliche Geschäftsführer der TV Korschenbroich Handball GmbH, "sowohl was die Mannschaft als auch, was das organisatorische Umfeld anbelangt."

Nach dem freiwilligen Rückzug in die Dritte Liga scheint inzwischen dort wenigstens eine Perspektive mit Zukunft möglich. Noch hat zwar keiner der Spieler eine Unterschrift geleistet, doch Irmen ist recht zuversichtlich, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Mannschaft in Korschenbroich bleibt: "Die Jungs haben zwar Angebote, aber aus anderen Teilen Deutschlands. Doch weil die meisten aus Studien- oder familiären Gründen im Rheinland bleiben wollen, gehe ich davon aus, dass sie auch zu reduzierten Bezügen für uns spielen." In Sachen Trainer stehe man nach wie vor in Kontakt "mit einem Kandidaten aus der Region" – nach Informationen unserer Zeitung soll es sich dabei um Ronny Rogawska, derzeit noch auf der Bank der HSG Düsseldorf, handeln (die NGZ berichtete). Der aktuelle TVK-Coach bekam nach dem Schlusspfiff am Samstagabend das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht: "Ich ziehe meinen Hut vor der Einstellung, die die Jungs seit Wochen an den Tag legen. Endlich sind sie mal dafür belohnt worden", meinte Christian Voß nach dem sechsten Sieg im 19. Spiel unter seiner Regie, den vor allem die starken Vorstellungen von Mathias Deppisch (8 Tore), Markus Breuer (7/2) und Marcel Görden (7/3) sicherstellenten. "Was der Marcel in jedem Spiel über 60 Minuten leistet, ist phänomenal", lobte Voß den Kreisläufer.

Seine Schützlinge steckten in einem Spiel von hohem Unterhaltungswert einen 1:6-Rückstand (9.) ebenso weg wie die Tatsache, dass die personell bestens bestückten Gäste einen 16:20-Rückstand (40.) noch einmal ausgleichen konnten (24:24, 50.). Am Ende kam Bietigheim nach 26:30 (56.) noch einmal bis auf 30:31 heran, doch Mathias Deppisch setzte mit Treffer Nummer acht fünf Sekunden vor dem Abpfiff den Schlusspunkt. "Wer zwei Tore besser ist als eine so leidenschaftlich kämpfende und arbeitende Mannschaft, hat den Sieg auch verdient", meinte Gästetrainer Jochen Zürn.

(NGZ)